Donnerstag, 31. Dezember 2015

Tayrona - Faulenzen und Silvester



30.12.2015 Tayrona-Nationalpark – Abhängen

Ich kann heute ausschlafen, bin aber trotzdem schon um halb sieben auf. Ich organisiere noch meine Fotos, dann gehe ich zum Frühstück.  Ganz allein, bzw. leistet mir ein süßes Kätzchen Gesellschaft.  Ich telefoniere mit meiner Schwester und meiner Freundin, gehe kurz aufs Zimmer und bummel dann zum Strand. Hier muss ich leider eine kleine Enttäuschung hinnehmen, denn mein eigentlicher Plan, einfach den Strand entlang zu laufen stellt sich als nicht machbar heraus.  Das Meer ist sehr aufgewühlt und überspült den schmalen Strand, der stellenweise voller mittelgroßer Steine ist. Ich setze mich dann eine Weile einfach an den Ministrand vom Hotel und genieße den Klang der Wellen. Schön. Allerdings ist es erst 8.00 Uhr und ich beginne zu zweifeln, ob das eine gute Idee war, im Hotel zu bleiben....
Als ich zurück komme, sitzen schon andere Hiergebliebene beim Frühstück, ich trinke noch einen Kaffee und laufe dann zu den Naturpools. Diese sind enttäuschend, zum einen gibt es derzeit natürlich wenig Wasser, aber auch sonst sind sie nicht so spektakulär schön wie angepriesen.  Und weiter laufen kann man da auch nicht.
Um halb elf laufe ich den Trampelpfad neben unserem Haus hoch, komme nach einer Weile an einigen Soldaten vorbei  (die hatten wir vorher schon da hoch gehen sehen und haben hier offensichtlich eine kleine Stellung,  denn Wäsche hängt zwischen den Bäumen und sogar zwei Schweine laufen da rum) und dann zu einem herrlichen Aussichtspunkt.  Dort bleibe ich eine Weile sitzen und genieße den Ausblick. Leider ist es heute sehr bedeckt, blauer Himmel ist nicht zu sehen. Ich laufe noch ein Stück weiter hoch,  aber irgendwann ist der Weg schon etwas zugewuchert, deshalb drehe ich lieber wieder um. Anschließend gehe ich nochmal zum Strand, aber viel weiter als heute morgen geht es auch jetzt nicht. Anschließend setze ich mich bei den Naturbecken auf einen großen Stein, höre das Plätschern des Wassers und das Zirpen irgendwelcher Vögel und warte drauf dass ein Jaguar vorbei spaziert. Tiere gibt es hier leider nicht zu sehen, ein paar Coolibris, aber das wars dann auch schon. Bis zum bestellten Mittagessen um 13 Uhr liege ich in der Hängematte, dann gibt's irgendeine gesunde Suppe und Lulu-Saft. Anschließend verziehe ich mich wieder in die Hängematte und döse vor mich hin. Die Zeit vergeht heute Nachmittag trotz faulenzen schneller als heute vormittag, vielleicht liegt es auch daran, dass ich mich jetzt auf das rumhängen einlassen kann, heute morgen war ich in Gedanken doch zu sehr bei der verpassten Wanderung. Später am Nachmittag gehe ich nochmal zum Meer. Die graue Farbe des Himmels ist fast die des Wassers, die beiden trennt nur eine dunklere Linie am Horizont, und die Brandung tost immer noch recht laut, dass man manchmal denkt, es gewittert.


 
  

Silvesterabend
Das Essen ist heute erst für 20.30 Uhr vorgesehen. Wegen Silvester! Eine Stunde vorher versammelt sich die Gruppe nach und nach an der Bar. Und dann schafft es Jörg tatsächlich, die recht gute Stimmung erstmal einzustampfen indem er den Vorschlag macht, in drei Tagen zu dem geplanten Inselausflug nicht wie geplant mit dem Schnellboot sondern mit dem Bus zu fahren. Da er unsere Gruppe inzwischen auch gut genug kennen müsste, muss ihm klar sein, dass wir da nicht einer Meinung sind. Zum Glück wollen noch drei andere mit dem Boot fahren, so dass wir das jetzt wie vorgesehen machen und die Gruppe hat es auch komplett akzeptiert, nur Jörg scheint angefressen. Der Stimmung hat diese völlig überflüssige Diskussion nicht gut getan, beim Essen ist es recht still, was aber auch daran liegt, dass die  Wanderer erschöpft sind. So gehen die ersten dann auch schon nach dem Essen ist Bett. Nach und nach verkrümeln sich die meisten,  am Ende sitze ich mit Martin und Manfred allein da rum. Hm. Eigentlich habe ich auch keine Lust mehr und da es mir keine Herzensangelegenheit ist, den beiden um Mitternacht um den Hals zu fallen, oder irgendwem sonst von den paar Fremden, beschließe ich spontan, ebenfalls aufs Zimmer und ins Bett zu gehen.  Um halb 12 bin ich bereits eingeschlafen....

Mittwoch, 30. Dezember 2015

Santa Marta

Der Wecker klingelt um 4.40 Uhr, es gibt noch Kaffee, Ananas und Zwieback, dann geht es um 5.30 Uhr los zum Flughafen nach Pereira. Dort kommen wir um halb 8 an und stellen uns direkt zum einchecken an, bzw. sind wir die einzigen am Schalter. Jörg diskutiert dann ewig mit dem Mann am Schalter, um uns dann mitteilen zu müssen, dass wir zu spät dran sind und nicht mehr einchecken können. Der Flieger geht um 7.50 Uhr,  so dass es keine kolumbianische Nickeligkeit ist, sondern wir schlicht und einfach zu spät los gefahren sind. Jörg parkt uns dann erstmal irgendwo und kümmert sich um einen Alternativflug, immerhin müssen wir ja auch noch in Bogota den Anschlussflug bekommen! Irgendwie funktioniert es jedenfalls und um 9.10 Uhr hebt unser Flieger ab, der keine Stunde nach Bogota braucht. Dort müssen wir erst noch unser Gepäck holen und neu aufgeben, bis wir endlich mal auf Futtersuche gehen können (wir haben ja noch gar nicht gefrühstückt! ). Ich besorge mir ein super leckeres Sandwich beim Subway. Ein bisschen Wartezeit haben wir noch,  aber um 12.10 Uhr geht's planmäßig in die Luft nach Santa Marta.

  
In Santa Marta sind wir gegen 14 Uhr und nachdem wir viermal im Kreis geflogen sind, landen wir auf der kurzen Bahn direkt parallel zum Meer. Nachdem alle die Koffer haben, werden wir von der örtlichen Reiseleiterin abgeholt und fahren mit dem Bus in die Stadt, wo wir noch eine Stadtführung haben. Santa Marta ist sicherlich eine interessante Stadt, die älteste spanische Siedlung in Kolumbien  und aufgrund der geografischen einzigartig. Direkt hinter dem Meer erstreckt sich die Gebirgskette Sierra Nevada de Santa Marta, so dass man hier auf innerhalb von 40 km einen Höhenunterschied von 2 Meter über Meeresspiegel bis zu 5750 Metern hat.
Santa Marta ist eine schnell wachsende Stadt, überall wird neu gebaut und sie lebt überwiegend vom Tourismus. Es ist hier furchtbar voll, links und rechts der Straße ein Stand neben dem anderen,  viele viele Leute und der Verkehr stockt. Es nervt eigentlich nur und alle wollen nur noch eins: ins Hotel. Da kommen wir dann such irgendwann endlich an, ich bin das sitzen so leid und habe mich während der Busfahrt schon fast entschieden, morgen auf die Wanderung, auf die ich mich eigentlich sehr gefreut hatte, zu verzichten.  Und als ich dann mein super schönes Zimmer sehe, in einem etwas zurück gelegenen Haus aus Holz, riesig groß und ganz modern, mit einer großen Fensterfront in den Wald.  Ein Traum!  Ich bleibe morgen hier und werde auf eigene Faust etwas durch die Gegend laufen.
Um 19.30 Uhr gibt es Abendessen, es gibt leckeren Fisch  (Robano) und wir sitzen nett zusammen.  Trotzdem freue ich mich morgen auf meine Auszeit. Gut möglich, dass ich bei der Wanderung morgen etwas verpasse, aber ich habe auch das dringende Bedürfnis, mal Abstand von der Gruppe zu haben. 

Dienstag, 29. Dezember 2015

Valle de Cocora

Ich stehe heute um kurz nach 6 00 Uhr auf, dusche und sitze dann etwas vor dem Zimmer, wo es bereits wunderbaren Kaffee gibt. Um 7.00 Uhr gibt es ein tolles Frühstück, zwar auch wieder Rührei, aber mit Toast, Omelett, frischen Früchten und selbstgemachter Marmelade. So gestärkt geht's dann erstmal wieder in den Bus, zu unserem heutigen Ziel Salento fahren wir 2 Stunden. Noch ist es leicht bewölkt, aber man merkt jetzt schon,  dass es wieder sehr warm werden wird.
Ich weiß, ich wiederhole mich, aber die Landschaft ist einfach unglaublich schön, sanfte grüne, meist mit Kaffee bepflanzte Hügel, dahinter höhere Berge, die Sonne strahlt durch weiße Wolken. Schöner geht's kaum. Ich bin jetzt schon etwas traurig, wenn ich daran denke, dass ich in einer Woche schon wieder im trüben Deutschland bin...
Wir fahren bis zum Valle de Cocoro, wo wir uns in zwei Gruppen aufteilen, eine Wandergruppe,  eine Bummeltruppe. Wir wandern über einen sehr schönen Weg von ca. 2400 m auf 2800 m, haben  grandiose Ausblicke. Hier wächst die weltweit höchste und hier endemische Wachspalme, sie wird bis zu 60 Meter hoch.  Sieht gigantisch aus. Am höchsten Punkt ist eine kleine Hütte wo wir einen Kaffee trinken und dann den Abstieg auf der anderen Seite angehen. Hier führt uns ein relativ enger steiler und steiniger Weg in Kurven hinunter.  Unser Guide Herne spricht nur spanisch, und da Jörg mit der anderen Gruppe läuft,  haben wir keinen Übersetzer. Aber es ist erstaunlich, wie gut man sich doch mit den paar Brocken Spanisch, die wir zusammen würfeln verständigen kann. Weiter unten schlängelt sich dann der Rio Quindio parallel zum Weg, den wir über einige wackelige Hängebrücken überqueren müssen. Irgendwann kommen wir aus dem Wald heraus und die Landschaft besteht aus saftigem Grün der Wiesen vor einem strahlend blauen Himmel. Mir fehlen gerade neue Superlative - einfach schön.




Gegen 13.00 Uhr sind wir wieder zurück.  Wir fahren mit den anderen runter nach Salento, wo wir eine Stunde rumlaufen. Salento ist schon eher ein Touristenort, viele kleine schöne Läden. Um 15.00 Uhr treffen wir uns im Cafe Jesus Martin,  wo wir was trinken und Kaffee kaufen können.  Um 16.00 Uhr fahren wir dann zurück zum Hotel, wo wir um kurz nach 17.00 Uhr ankommen. Wir hängen noch am Pool rum, trinken ein kaltes Bier und Kaffee und relaxen.  Um 19.00 Uhr gibt es wieder ein total leckeres Abendessen,  danach ist packen angesagt.  Morgen müssen wir um halb sechs los, denn wir fliegen an die Karibikküste. 

Montag, 28. Dezember 2015

Kaffeeplantage



28.12.2015  Armenia
Die Nacht ging besser rum als befürchtet, dank Oropax und der Zusatzdecken. Der Klogang nachts war dagegen unangenehm, einmal durch den Hof und auf die sowieso schon nicht einladende Toilette. Nach einer Katzenwäsche mit einem feuchten Waschlappen  (mich unter eine dieser schäbigen Duschen zu stellen, hätte mir nicht das Gefühl gegeben sauberer zu sein)  hat sich schon die ganze Truppe versammelt. Das Frühstück ist hier insofern mal abwechslungsreich als dass die Brötchen schon etwas altbacken und das Rührei kalt ist. Da es sonst nichts gibt, bleibt mir nichts anderes übrig als ein paar Häppchen zu essen. Gegen halb 8 geht's dann zum Glück weiter, einen weiteren Tag hätte ich an diesem lieblosen unwirtlichen Ort nicht verbringen wollen.  Jetzt geht es Richtung Armenia / Salento auf eine Finca auf einer Kaffeeplantage. Da freue ich mich drauf.
Wir fahren durchs Cauca-Tal, hier ist die Landschaft schon wieder anders, hier wird viel Zuckerrohr angebaut, das Land ist wieder flacher, aber trotzdem schön anzusehen. Unterwegs machen wir zwei Pausen, wo wir Kaffee und Saft trinken bzw. etwas essen. Es ist sehr heiß – also meine Temperaturen. Supi! Auf der Straße sehen wir LKW mit 4(!) Anhängern. Unglaublich! Wir fahren ein ganzes Stück die Panamericana entlang, und irgendwann beginnt die Kaffeezone, Eine  Herrliche Landschaft, Kaffee- und  Bananenplantagen wechseln sich ab. Bei Armenia fahren wir dann ab und in die Plantagen zu unserer Finca (San Diego) Diese liegt herrlich am Ende des Weges, inmitten der Plantagen. Ein  kleines Gebäude liegt L-förmig um einen kleinen Pool und wir werden herzlich mit Kaffee und frischen Früchten begrüßt. Ein Traum. Dann gibt es allerdings ein Problem: Die drei Leute, die ein Einzelzimmer gebucht haben, können hier mangels genügend Zimmern nicht untergebracht werden und sollen in einem anderen Gebäude 1 km entfernt wohnen. Das gibt dann erstmal jede Menge Diskussion, denn schließlich haben wir alle das gleiche gebucht und wir sehen nicht ein, dass wir wieder getrennt von der Gruppe untergebracht werden. Aber Zimmer sind erstmal nicht verfügbar. Jörg, unser Reiseleiter tritt dann zähneknirschend sein Zimmer an mich ab, Dika wird in einem Dreibettzimmer bei zwei anderen Reisenden aufgenommen, nur Martin muss dann in das andere Gebäude (später zaubern die dann auch noch für ihn ein Zimmer, so dass die Gruppe zusammen ist – zumindest wir sind dann zufrieden).
Wir haben eine Stunde zum Relaxen, dann laufen wir durch die Kaffeeplantage, hören uns einiges über den Anbau- und Fertigungsprozess an und pflücken jeder ein Körbchen voll Kaffee. Es ist super schön hier. Nach einer kurzen Führung auf dem Hof, wo der Fermentierungsprozess noch erörtert wird, führt uns die Dame des Hauses durch ihren riesigen Kräutergarten. Hier gibt es echt alles! Herrlich! Anschließend hängen wir vor unseren Zimmern und am Pool rum und genießen einfach nur.
Das Essen ist ebenfalls ein Traum, Kürbissuppe, Fleisch mit Kroketten und Pilzsoße, dazu einen fruchtigen Salat. Hmm, lecker. Ein bisschen wie im Paradies.


Silvia



27.12.2015  Silvia
Das Frühstück ist heute wieder um 7:30, um 8 Uhr starten wir mit Christian, unserem örtlichen Guide, mit der Stadtbesichtigung. Popayan ist eine Universitätsstadt (es gibt hier 27 Universitäten) und wird wegen ihrer meist schneeweiß getünchten Fassaden "Ciudad Blanca" genannt. 1983 wurde die Stadt durch ein Erdbeben fast komplett zerstört und anschließend in zwei Jahrzehnten wieder aufgebaut. Wir beginnen am Parque Caldas, dem Herz der Stadt, schauen uns die Basilica Metropolitana Nuestra Senora de la Asuncion von innen an und schlendern weiter zum Cerro el Morro, einem Hügel vom dem aus man einen guten Blick über die Stadt hat. Am Ende gehen wir noch in eine kleine Bäckerei, wo wir leckeres Gebäck nach einem alten Rezept verköstigen können. Die Stadtbesichtigung geht bis 11 Uhr, dann steigen wir am Hotel direkt in den Bus.  Wir fahren weiter nach Silvia, wo wir um 12.30 Uhr ankommen und eine halbe Stunde über den Hauptplatz bummeln. Hier sehen die Menschen schon ganz anders aus, da hier viele Indios leben, einige tragen auch traditionelle Kleidung.  Eine Band macht mit Trommel und Flöte Musik und es herrscht eine schöne und entspannte Atmosphäre. Danach fahren wir weiter in die Berge wo wir die Gemeinde der Guambiano besuchen. Diese sind neben den Paeces das größte indigene Volk in Kolumbien und leben nach uralten Stammesgesetzen in Dorfgemeinschaften. Wir essen erst zu Mittag (Suppe und Forelle mit Reis). Eigentlich hatte Jörg ein traditionelles Essen bestellt, wo man in der Küche um ein Feuer hockend das Essen zu sich nimmt. Statt dessen sitzen wir auf abgewetzten Plastikstühlen an Tischen, die lieblos mit Papiertischdecken bestückt sind. Nach dem Essen bekommen wir im Ritualhaus einige Erklärungen zu dem Leben und den Gebräuchen hier. Anschließend fahren wir ein Stück zu einem Schamanen, der uns dann auch noch einiges spirituelles erklärt  und uns durch seinen Kräutergarten führt. Die Guambiano nutzen noch zahlreiche Pflanzen für medizinische Zwecke und wir kaufen dann auch noch diverse Mittelchen in der Apotheke der Gemeinde. Dann werden noch einige der Gruppe etwas verkleidet, müssen einen traditionellen Tanz tanzen (ich drücke mich erfolgreich) und dann hocken wir ein wenig dumm rum, bis es Abendessen gibt. Es gibt eine graue Suppe mit Knochen und Bohnen und anschließend heißes,  mit Panella gesüßtes Wasser (sehr süß), dazu Frischkäse, den man üblicherweise in das Zuckerwasser krümelt. Ich finde es widerlich, sowohl in Kombination als auch einzeln. Um  20.00 Uhr ist dann das Tagesprogramm beendet. Da hier gar nichts ist, es nicht einmal irgendwas zu trinken gibt oder jemand wenigstens ein UNO-Spiel dabei hat, müssen wir zusehen, dass wir irgendwie den Abend rum bekommen. Heute übernachten wir in einfachen Mehrbettzimmern in der Gemeinde. Wir haben gestern schon die Aufteilung vorgenommen, und ich bin mit den drei anderen alleinreisenden Frauen untergebracht. Die Betten sind recht einfach und ich habe mir bereits eine zweite Decke geben lassen, denn es könnte kalt werden...

  

Samstag, 26. Dezember 2015

Popayan



26.12.2015 Popayan
Ich habe wieder sehr gut geschlafen. Leider ist unser Aufenthalt heute hier in diesem wunderschönen Hotel vorbei. Ich frühstücke um 7:30, der Bus holt uns um kurz nach acht ab, um 8:30 Uhr geht es los. Es ist heute etwas bewölkt aber die Temperaturen sind angenehm. Unseren ersten Stopp machen wir in Isnos wo wir Kaffee und Panella (ein natürlicher Zuckerersatz) kaufen. Anschließend geht der Weg weiter über holprige und staubige Straßen, so dass wir nicht so schnell vorankommen. Jörg erzählt etwas über die Guerilla und vertreibt uns damit die Zeit. Auch heute sehen wir immer wieder Soldaten, die am Straßenrand stehen und während wir vorbeifahren den Daumen heben. Dazu hatte Jörg uns die Tage schon erklärt, dass sie uns damit signalisieren wollen, dass alles in Ordnung ist. Gegen 12:30 Uhr sind wir in der Paramo Gegend (ein Hochmoor) auf etwa 3100 Metern Höhe, wo wir einen kurzen Spaziergang die Straße entlang machen. Der Bus sammelt uns wieder ein und die Fahrt geht weiter. Nach kurzer Zeit ändert sich die Landschaft total, zu sehen bekommen wir jetzt eine wunderschöne grüne hügelige Landschaft. Ich muss gleich an Bilbo  Beutlin denken, denn es sieht hier aus wie im Auenland.   
  
Heute machen wir sogar ein paar Fotostopps, was die Fahrt insgesamt kürzer erscheinen lässt. Um 15 Uhr sind wir dann in Popayan an unserem Hotel (Los Balcones). Wir bringen kurz die Koffer aufs Zimmer (ich habe ein kleines aber schnuckeliges Zimmer) und gehen dann ein bisschen durch die Stadt. Diese ist ziemlich laut und extrem quirlig. Aber nett, schöne Kolonialhäuser.
Um 18:00 Uhr treffen wir uns dann alle, um gemeinsam in ein Restaurant und zum Abendessen zu gehen. Dort gibt es hervorragendes Rinderfilet für mich, die Stimmung ist gut, und anschließend gehen wir mit ein paar Leuten noch ein Bierchen trinken. Inzwischen hat sich die Gruppe aufeinander eingestellt und man kommt gut miteinander aus. Das liegt vermutlich auch daran, dass das Programm inzwischen nicht mehr ganz so straff ist und alle etwas entspannter sind. Gut so! Um 21.30 Uhr sind wir dann aber auch schon wieder am Hotel.

Freitag, 25. Dezember 2015

San Agostino II



25.12.2015  Reiten in San Agustin
Ich habe super geschlafen, beinahe sogar verschlafen. Das Frühstück ist sehr gut, sogar mit gutem selbstgebackenem Brot. Um halb neun treffen wir uns beim anderen Hotel und kurz danach steigen wir schon auf unsere Pferde. Ich hatte Pacho, unseren Guide, gestern schon gebeten, dass ich ein temperamentvolles Pferdchen bekomme und er hat mir meinen Wunsch erfüllt. Ich habe einen kleinen Schimmel, der recht nervös ist aber trotzdem ganz brav. Wir teilen die Gruppe diesmal auf, so dass die erste Gruppe auch mal galoppieren kann. Und das machen wir überall da, wo es geht, die Pferde wollen auch laufen, das merkt man und es macht Riesenspaß. Bei einem ersten Stopp schauen wir uns noch ein paar Steinskulpturen an, bei einem nächsten trinken wir leckeren frischen Lulu-Saft (Saft gibt es  hier überall von allen möglichen Früchten, unglaublich lecker!), und dann reiten wir weiter zur Chaquira-Schlucht, wo wir absteigen und zu einem Aussichtspunkt laufen. Das Panorama ist grandios! Einfach unglaublich schön!. 
   

Hier verweilen wir ein bisschen, machen Fotos und laufen dann wieder hoch. Oben angekommen, kaufe ich zwei Steinskulpturen (ich weiß noch nicht, wie ich das alles nach Hause bekommen soll...), für einen Spottpreis. Überhaupt ist hier alles unglaublich günstig! Danach geht es dann wieder zurück Richtung Hotel, ein Stück durch den Ort, ein letzter Galopp und um 13.00 Uhr sind wir wieder zurück. Eigentlich hatte ich ja überlegt, heute Nachmittag, der zur freien Verfügung ist, noch einen Reitausflug zu buchen, aber ich überlege es mir anders und will einfach nur das schöne Hotel und meine Terrasse  genießen. Pacho bietet mir an, mich mit dem Moped mit in den Ort zu nehmen, wo ich kurz noch drüber nachdenke, aber ich will unbedingt duschen Das Transferauto für Martin, der eine Raftingtour macht, fährt gerade vor und die nehmen mich die paar Meter mit zum Hotel. Die sind hier wirklich alle so nett und hilfsbereit, man fühlt sich einfach nur wohl. Von mir aus könnten wir hier noch ein paar Tage bleiben! Da ich Hunger habe, bestelle ich mir Spaghetti Bolognese, die zwar nicht sonderlich gut ist, aber der Ausblick und die Ruhe sind einfach unschlagbar. Wobei Ruhe… aus dem Ort schallt Musik nach oben, die Leute sind alle unterwegs und feiern, hier ist ja heute auch Feiertag. Als ich zahle, sitzen die vom Hotel hier zu dritt zusammen und die eine Frau lädt mich zu einem Glas Wein ein, obwohl wir uns nur mit Händen und Füßen verständigen können. Aber ich lehne ab, obwohl ich es nett gefunden hätte, aber ich will jetzt unbedingt den Staub abwaschen und frische Klamotten anziehen! Nach der Dusche merke ich dann erstmal, dass ich mir das Dekolté total verbrannt habe, da habe ich vergessen, mich einzuschmieren. Tja, selber schuld! Ich räume ein bisschen rum, schreibe mein Reisetagebuch für heute und jetzt werde ich mich in die Hängematte legen und den Nachmittag genießen. Hasta manana!

San Agustino I



24.12.2015  San Augustin

Heute werde ich gegen halb 5 wach, weil ich draußen vereinzelt Schüsse höre, dann eine ganze Salve. Erst bin ich noch ganz entspannt, aber dann ist es schon etwas unheimlich, weil ich so gar nichts damit anzufangen weiß. Dann denke ich daran, dass unser Hotel fast wie ein Hochsicherheitstrakt gesichert ist, sogar die Balkontüre gleicht einer Gefängniszellentür, und in meinem Reiseführer steht, dass Rivera Einzugsgebiet der FARC ist. Was sind das für Schüsse und was passiert hier gerade? Eine Weile ist Ruhe, dann geht es von neuem los. Ein bisschen Angst habe ich inzwischen schon, immerhin hat man vorher viel gehört und gelesen über Kolumbien. Ich gehe aber erstmal duschen, weil ich gestern Abend zu faul dazu war und mir nun denke, dass ich auf keinen Fall ungeduscht erschossen werden möchte. Blöd, ist aber so! Dann ist auch erstmal eine Weile Ruhe, unten läuft relativ laut Musik. Weihnachtsmusik? Klingt eher nach Rebellenmusik. Gegen halb 6 hört man wieder vereinzelte Schüsse. Ich schreibe Jörg eine WhatsApp, was das ist, und er gibt dann glücklicherweise Entwarnung. Das ist Feuerwerk, was die Kolumbianer um die Weihnachtszeit zu jeder Tages- und Nachtzeit zünden. Hätte er auch gestern mal andeuten können. Jedenfalls bin ich beruhigt und traue mich dann später auch raus und besorge mir heißes Wasser, um wenigstens schon mal einen Kaffee von meinem mitgebrachten Kaffeepulver zu trinken. Nach und nach trudeln alle zum Frühstück ein und erzählen fast durchgehend, das die die gleichen Gedanken hatten wie ich J.

Das Frühstück ist wieder sehr dürftig, dieses Mal gibt es nur Tütensaft, wieder Rührei und ein süßes weiches Brötchen. Zum Glück habe ich meine Avocado, die ich mir gestern auf dem Markt gekauft habe. Nebenbei sagt mir Jörg, dass Martin und ich die nächsten zwei Nächte in einem anderen Hotel als der Rest der Gruppe untergebracht sind, weil in dem vorgesehenem Hotel nicht genügend Kapazitäten verfügbar sind. Das finde ich gar nicht so gut, da Jörg seit Anfang der Reise immer wieder erwähnt, wie schön das Hotel in San Agustino ist. Warum ausgerechnet wir beide? Hätten die doch auch zwei Paare oder so abseits der Gruppe unterbringen können!

Um 8.00 Uhr starten wir dann wieder mit dem Bus zu unserem heutigen Ziel San Augustino. Die Fahrt ist dieses Mal sehr sehenswert, tolle Landschaft und wir halten sogar an zwei Aussichtspunkten, von wo aus man einen grandiosen Blick über deN Rio Magdalena hat. Fantastisch! Deswegen bin ich hier! Einen weiteren Stopp legen wir in dem sehr betriebsamen kleinen Ort „Gigantes“ ein, der so heißt, weil auf dem Hauptplatz ein gigantischer, sehr alter Baum steht. Hier trinken wir an einem kleinen Stand einen frisch gepressten Orangensaft und bescheren der Dame wahrscheinlich damit das Geschäft des Monats. Über eine gut ausgebaute Serpentinenstraße geht die Fahrt weiter und ich kann mich mal wieder nicht satt sehen an dieser wundervollen Landschaft.

 
Um kurz vor zwei sind wir dann in San Augustino, wo Jörg noch einen Stopp bei einem vegetarischen Restaurant einlegt um die hungrigen Mäuler zu stopfen. Ich habe keinen Hunger und nutze die vorgegebene Zeit von einer halben Stunde damit, durch die Läden zu bummeln. Die Leute sind hier extrem freundlich, alle begrüßen mich mit einem Lächeln und ein paar netten Worten, hier und da kommt sogar mit meinen winzigen Brocken spanisch eine holprige Unterhaltung zustande. Ich liebe diese Atmosphäre, es ist total entspannt. Ich kaufe für Mama einen Kühlschrankmagneten und bekomme woanders einen bemalten Kern geschenkt. Als ich zum Restaurant zurückkomme, bekommen die gerade erst ihr Essen, ich trinke einen Kaffee. Nach dem essen trödeln diverse Leute dann extra lange noch bei einem Kaffee rum, bevor es endlich (nach inzwischen einer vollen Stunde) weitergehen kann zum archäologischen Park von San Agustino. Bekannt geworden ist dieser Ort durch zahlreiche, mit einfachsten Werkzeugen hergestellte Felsskulpturen und mystische Figuren, die in der Zeit von 100 bis 1200 nach Christus durch die San-Agustín-Kultur geschaffen wurden. Der Ort gehört zum Unesco-Weltkulturerbe. Wir machen einen gemütlichen Rundgang mit einem örtlichen Führer, der uns zu allen Figuren und Gräbern ausführliche Erläuterungen gibt. Sehr interessant! Gegen 18:00 Uhr sind wir fertig mit dem Rundgang und fahren zum Hotel, was etwas außerhalb des Ortes liegt. Zunächst fahren wir zu den Hotel, wo alle anderen absteigen, und es dauert eine gefühlte Ewigkeit, bis alle mit Zimmern versorgt sind, zumal wir uns bereits in einer Dreiviertelstunde wieder zum Abendessen treffen sollen. Angesichts der Tatsache, dass heute Heiligabend ist, ich deswegen wenigstens geduscht sein möchte, aber immer noch nicht weiß, wo und wie ich die Nacht verbringe, bin ich inzwischen etwas genervt. Dann werden wir endlich zu unserem Hotel gebracht. Das ist nicht weit weg, etwa 100 Meter, aber der Weg führt durch ein (zwar beleuchtetes) Waldstück, wo ich mir denke, was zum Teufel haben die sich dabei gedacht, eine allein reisende Frau in Kolumbien so abseits der Gruppe unterzubringen? Ist ja nicht unbedingt klar, dass ich mich mit Martin verstehe oder wir uns gleichzeitig auf den Weg machen. Wirklich Schiss deswegen hatte ich aber auch nicht. Und als wir dann an unserer Unterkunft ankommen, muss ich allen Verantwortlichen insgeheim direkt vergeben. Das Hotel ist der Hammer! Mit Sicherheit ein Upgrade gegenüber den anderen Zimmern (obwohl die auch sehr schön sein sollen). Das absolute Gegenteil zu unserer letzetn Unterkunft, alles ist offen, das Hotel  besteht aus zwei Gebäuden, vorne das Restaurant, dahinter zweistöckig die Zimmer, welche sehr groß, modern eingerichtet und die Wände nach Themen bemalt sind. Ich habe ein Ozelot an der Wand. Leider habe ich erstmal nur kurz Zeit, mein Zimmer zu genießen,  kurz duschen, umziehen, dann zum anderen Hotel. Dort gibt es das Abendessen zu Heiligabend mit der Gruppe, zum Glück ganz unspektakulär, mit Hühnchen-Lasagne und Live-Musik. Ich werde trotzdem kurz sentimental, als ich die Nachrichten meiner Neffen lese, aber sonst ist es ein Abend wie jeder andere hier. Nett, entspannt, und unterhaltsam. Relativ früh löst sich die Gruppe allerdings auf, die meisten gehen zu Bett, wir  bleiben noch mit ein paar Leuten sitzen, aber gegen halb elf gehen wir dann zu unserem Hotel, trinken dort noch einen Mojito, dann gehen wir auf unsere Zimmer. Ich wasche ein bisschen Wäsche und setze mich dann auf die wunderschöne Terrasse mit Blick auf den beleuchteten Ort. Von überall schallt Musik herüber, die dazu einlädt, zu tanzen und zu feiern, aber leider ist hier tote Hose. Aber ich genieße es trotzdem, eine absolut schöne Stimmung. 

 

Mittwoch, 23. Dezember 2015

Tatacoa-Wüste - Rivera



23.12.2015  Fahrt nach Rivera

Wir treffen uns heute morgen um 6:45 Uhr, um vor dem Frühstück auf den Markt in Honda zu gehen. Dieser liegt genau gegenüber vom Hotel in einer in republikanischen Stil erbauten (1917) Markthalle. Es sind noch nicht alle Stände geöffnet, aber so groß ist der Markt eh nicht, und Jörg will uns vor allem ein paar Früchte zeigen, die wir noch nicht kennen. So probieren wir eine Badea-Frucht (glitschig), eine Zapote, und eine Yacon (eine roh essbare Kartoffel – sehr lecker). Um 7:30 Uhr gibt es ein göttliches Frühstück. Ein großer Obstteller, Müsli, getoastetes Toast und selbstgemachte Marmelade. Ein Traum. Um 8.00 Uhr sitzen wir dann schon wieder im Bus um uns auf den Weg nach Rivera zu machen. Das heißt, heute sitzen wir wieder viele Stunden im Bus. Nach etwa einer Stunde kommen wir durch Armero, wo links und rechts der Straße nur noch Häuserruinen zu sehen sind, ziemlich gruselig. Dieser Ort ist 1985 nach einem Vulkanausbruch von Schlamm- und Geröllmassen überschwemmt worden und es sind ca. 23.000 Menschen zu Tode gekommen. Bekannt wurde dieses Drama damals wohl weltweit, weil ein 13-jähriges Mädchen lebendig in den Schlammmassen gefangen war und alle Versuche, sie zu retten, scheiterten. Sie starb nach 3 Tagen. Wie Jörg weiter erzählt, ist in dem Ort Armero 1949 ein Pfarrer ermordet worden. Dieser hat, während er starb, den Ort verflucht, so dass die Kolumbianer, die sehr an so etwas glauben, denken, dass das Unglück deswegen passiert ist.
Die Fahrt geht weiter durch Graslandschaften, die keine besonderen optischen Highlights bieten. Um 13.30 Uhr machen wir eine Mittagspause. Ich esse eine Kochbananensuppe, die ich leider stehen lassen muss, weil ich mal wieder nicht daran gedacht habe, dass da höchstwahrscheinlich Koriander drin ist. Sie schmeckt seifig.
Danach geht es noch 1,5 Stunden weiter, bis wir an der Tatacoa-Wüste ankommen. Unterwegs sammeln wir in Neiva Maria, unsere örtliche Reiseleiterin ein. Wir fahren überwiegend durch trockenes Grasland, dann kommt mal ein sehr grüner Abschnitt und dann beginnt die Tatacoa-Wüste, was sich durch kleine Schluchten und bizarre Feldformationen auszeichnet. Die Indianer nannten diese 330 qkm große Trockensavanne Tatacoa, der Name bedeutet „Klapperschlange“. Regen fällt hier vereinzelt im April, Mai, Oktober und November und es kann mittags über 45 Grad heiß werden. Auch heute ist es sehr heiß, aber es geht ein für hier außergewöhnlicher Wind, der zeitweise sogar richtig stark ist. Wir machen eine etwa einstündige Wanderung durch eine wunderschöne Landschaft, durch kleine Canyons und vorbei an riesigen Kakteen. Toll! 
 
Um halb sechs fahren wir dann das letzte Stück und gegen halb acht sind wir in Rivera, einem vom ersten Eindruck ziemlich schäbigen Städtchen. Das Hotel „Los Balcones“ ist ein kleiner Hochsicherheitstrakt. Eisentore, Stacheldraht auf den Mauern und Videoüberwachung. Das Zimmer ist schlicht und wie der Rest sehr lieblos gehalten. Wir haben 5 Minuten Zeit, die Sachen umzupacken, denn es geht direkt weiter zu den Thermalquellen. Die hätte ich gern ausgelassen, aber da auch das Abendessen dort geplant ist, muss ich notgedrungen mit. Anderen geht es aber genauso. Auf das Bad verzichte ich (nicht als einzige), die anderen haben eigentlich auch nur ein paar Minuten Zeit, denn das Essen wurde vorher bestellt, und irgendwie geht heute Abend alles drunter und drüber. Die Ansagen sind mal so und mal so, und so kommt das Essen schon während die meisten noch plantschen. Aber immerhin ist es sehr lecker. Die bei Ankunft äußerst angespannte Stimmung entspannt sich dann auch schon wieder etwas. Trotzdem bin (nicht nur) ich zwischendurch heute echt genervt von diversen Mitreisenden, die sich ständig beklagen, dass so viel Programm ist und sie so viel Bus fahren müssen. Morgen beschweren sie sich vermutlich, dass sie mal ein bisschen länger laufen müssen. Die wollen am liebsten den ganzen Tag gemütlich Kaffee trinken. Unglaublich, dass es immer wieder Leute gibt, die so eine Reise buchen ohne die Reisebeschreibung zu lesen!
Gegen 22.00 Uhr sind wir im Hotel. Ich schreibe noch etwas und mache mich dann bettfertig und ziehe anschleißend die Badezimmertür zu. Und komme anschließend nicht mehr rein! Also renne ich durch das stockfinstere Haus und rufe jemanden, da ich ja nicht weiß wo die Besitzer wohnen. Zum Glück hört Jörg mich, der dann bei der netten Dame klopft, die mir dann wieder aufsperrt. Inzwischen ist es halb zwölf und ich bin todmüde. Buenas Noches.

Dienstag, 22. Dezember 2015

Honda



22.12.2015    Fahrt nach Honda

Wir starten nach dem Frühstück (das geht zwar heute etwas schneller, aber es gibt trotzdem wieder nur ein süßliches “Brötchen“ mit Butter und künstlicher Marmelade und Rührei. Ich kann es jetzt schon nicht mehr sehen und esse nur ein Häppchen um was im Magen zu haben) auf unsere Tagesfahrt nach Honda. Der Himmel ist strahlend blau und es ist bereits sehr warm. Zu Anfang schauen wir eine DVD („Columbia – Magica Salvaje“) über die Flora und Fauna in Kolumbien, ein sehr schöner Film. Ansonsten ist die Fahrt leider, was die Eindrücke angeht, sehr langweilig. Anders als in der Reisebeschreibung angepriesen, gab es weder schöne Aussichtspunkte noch irgendwelche tollen Obststände, an denen wir zwischendurch mal angehalten haben. Einmal halten wir dafür an einer Raststätte, weil Manfred heute Geburtstag hat und wir dort auf einen Kaffee und Kuchen eingeladen werden. Und dann, gegen 13.00 Uhr, machen wir einen kurzen Toilettenstopp. Als wir alle wieder im Bus sitzen und der Fahrer zurücksetzen muss, geht irgendwas an der Schaltung kaputt, was er reparieren muss. Also alle wieder raus und dann nutzen wir die Zeit und einige essen etwas, damit wir später nicht nochmal halten müssen.
Irgendwann wird die Landschaft dann doch viel schöner, grün bewachsene Berge, tiefe Täler, und wir schlängeln uns die Serpentinenstraße entlang. Um 16.30 Uhr sind wir dann im Hotel „Belle Epoche“ in Honda, haben 10 Minuten Zeit zum frisch machen und beginnen dann sofort mit unsrem Stadtrundgang durch Honda. Honda liegt 1900 Meter tiefer als Vila de Leyva und es ist richtig schwülwarm, so dass selbst mir der Schweiß runter läuft. Aber ich genieße es trotzdem, vor allem wenn ich höre, dass wir zu Hause nicht das beste Wetter haben. Der Rundgang dauert etwa 1 Stunde, das Städtchen hat seine besten Zeiten lange hinter sich, ist aber trotzdem sehenswert und interessant. Früher War das hier eine blühende Stadt, weil viele Güter über den Magdalena-Fluss transportiert wurden und Honda der bedeutendste Flusshafen des Landes war. Anschließend gehen wir gemeinsam essen. Es ist wieder sehr lecker und sehr günstig. Um halb neun sind wir wieder am Hotel, morgen ist wieder frühes Aufstehen angesagt. Im Zimmer ist es so warm, dass die beiden Ventilatoren auch nur ein laues Lüftchen bringen. 

Montag, 21. Dezember 2015

Hoch zu Ross und viel Kunst



21.12.2015 Villa de Leyva

Heute Morgen ist das Frühstück ist für 7:30 Uhr angesetzt. Wir haben da bereits blauen Himmel und es ist in der Sonne schon schön warm. Das Frühstück ist eine kleine Katastrophe, da die damit viel zu spät anfangen und alles nur portionsweise bringen. Bis zum Schluss haben wir keine Teller und schmieren unsere Brötchen teilweise auf dem Tisch. Um 8:15 geht es los zum Stall um die Ecke, wo uns unsere Pferde warten. Einige davon tun mir wirklich leid, da ein paar aus unserer Gruppe relativ groß und stabil sind. Mein Pferdchen heißt „Ni por Oro“ (bedeutet: nicht für Gold). Es ist brav, allerdings auch ziemlich stur, den dritten Gang scheint es bei ihm nicht zu geben. Ist allerdings auch nicht so tragisch, da die meisten aus der Gruppe vorher noch nie geritten sind, und das Tempo somit gering bleibt. Wir sind schon eine ziemlich komische Truppe, bieten bestimmt einen lustigen Anblick. Was die Gruppe angeht, kann ich inzwischen sagen, dass sie grundsätzlich ok ist, obwohl ich sie mir sicherlich anders ausgesucht hätte. Die Holländer sind ein wenig speziell, eine davon ist ein kleiner Feldwebel, die andere lacht oder lächelt nur selten.  Die anderen beiden Pärchen, wovon eines aus der Schweiz kommt, sind sehr nett, und auch mit den drei Männern kann man ganz gut auskommen, denke ich. Ändert aber nichts an der Tatsache, dass ich so ziemlich mit Abstand die jüngste hier bin. Leider keine Manuela oder Sabine dabei. Aber ich werde klarkommen. Wir reiten erst etwas durch die Gegend, bis wir zum Fossilienmuseum kommen das wir uns kurz anschauen. Inzwischen  ist es schon richtig schön warm, die Sonne knallt ganz schön vom Himmel.  Herrlich!!!! Das Museum ist nichts besonderes, aber als kleine Pause gut geeignet. Danach reiten wir weiter durch eine trocken-grüne Landschaft, hier und da mal eine kleine Finca, nichts atemberaubendes, bis wir zu einem Haus komplett aus Terracotta kommen. Das ist schon beeindruckend und wir schauen es uns kurz innen und außen an (hier arbeitet irgendein örtlicher Künstler). Danach werden wir vom Bus abgeholt und nach Sutamarchan  gebracht, wo wir zu Mittag essen. Dort gibt es die dort berühmten „Longaniza-Würste“, welche wir u.a. auch probieren. 
    
Anschließend fahren wir nach Raquira, den Ort des Lebens, wie es in der Muisca Sprache heißt. Wir besuchen die Werkstatt von Donna Isais, der uns eine Töpfervorführung gibt. Ich finde es weniger spannend, aber irgendwie scheine ich entweder die einzige zu sein, oder die anderen tun alle nur so. Nach gefühlten 2 Stunden laufen wir noch ein wenig durch den Ort, wo jede Menge Läden sind, wo man alles mögliche, vor allem viel Nippes kaufen kann. Ich kaufe eine schöne Maske aus Ton für einen Spottpreis. 
    
Um 16 Uhr sind wir dann wieder am Hotel und haben den Nachmittag zur freien Verfügung. Wir machen uns ein wenig frisch, dann bummeln wir ein wenig durch den Ort, bis wir uns um 18:30 Uhr mit den anderen zum Abendessen treffen. Ich erstehe noch eine wunderschöne indianische Holzfigur. Jetzt muss ich auf jeden Fall noch Platz in meiner Reisetasche schaffen. Das Abendessen nehmen wir heute an einem Restaurant direkt am Plaza Mayor ein, ein sehr schöner Ort. 

Sonntag, 20. Dezember 2015

Radeln und Salz



20.12.2015 Radeln durch Bogota – Salzkathedrale in Zipaquira – Fahrt nach Villa de Leva

Diese Nacht habe ich fast durchgeschlafen bis der Wecker um 6.15 Uhr klingelt. Eine Stunde später gibt es Frühstück (wie gestern, nur mit einem Stück Käse extra), und um 8.00 Uhr laufen wir zum Fahrradverleih ein paar Straßen weiter. Heute kommt es mir wärmer vor, ich habe zwar die leichte Daunenjacke an, aber heute brauche ich keine zweite Schicht darunter. Während die Räder verteilt werden, verletzt sich eine aus der Gruppe direkt beim Aufsteigen an der Pedale und zieht sich eine tiefe Wunde zur. Sie besteht darauf, sich ärztlich behandeln zu lassen, da sie Angst hat, dass die Wunde sonst nicht verheilt (die Dame ist 83!) und Jörg organisiert mit dem Fahrradverleiher, dass sie zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht wird.. Wir anderen fahren dann irgendwann los, ins Zentrum Bogotas. Hier ist heute autofreier Sonntag, d. h., die meisten Straßen bleiben den Radfahrern und Fußgängern vorbehalten. Nach etwa einer halben Stunde stoppen wir in einem Park, stellen die Räder ab und machen… Aerobic! Hier ist eine Bühne aufgebaut und eine junge Frau macht dort diverse Aerobicübungen vor und eine ganze Menge Leute machen mit. Auf der Straße! Wir dann auch eine Weile, was echt lustig ist, und man kommt sich nicht mal blöd vor dabei. 
   
Danach schlendern wir durch den Park, stärken uns mit einem frischen Saft und schwingen uns dann wieder auf die Räder um noch etwa eine Stunde durch die Straßen zu rollen. Ich finde das ein bisschen langweilig, weil wir einfach nur – recht langsam - rumfahren, ohne dass wir irgendwo anhalten oder was besonderes sehen. Aber es ist trotzdem gut, das mal erlebt zu haben, denn die Straßen sind echt voll. Gegen 10.30 Uhr kommen wir in Usaquen an, einem sehr hübschen kleinen Stadtviertel, wo heute ein Künstler- und Flohmarkt stattfindet. Hier haben wir Gelegenheit etwas rumzubummeln, ich ziehe mit Martin los, aber alleine wäre das hier auch überhaupt kein Problem, alles ist total entspannt. Der Markt ist wirklich schon, aber leider finde ich trotzdem nichts, was ich kaufen möchte, wir stärken uns nur mit „Arrepa“, ein mit Hack, Ei und Käse gefüllter Maisfladen. Inzwischen haben wir auch endlich meine Wohlfühltemperatur erreicht und ich wünsche, ich hätte kein langärmliges Shirt an. Allerdings ist es auch gleich wieder etwas frisch, sobald die Sonne mal hinter einer Wolke verschwindet.
Um 13.00 Uhr trifft sich dann wieder die komplette Gruppe (Christel wurde genäht und versorgt und alles ist gut) und wir starten in Richtung Zipaquira In der Sprache der Muiscas: Land des Häuptlings). Die Fahrt dorthin dauert etwa 1,5 Stunden und ist eher unspektakulär. Zipaquira war bereits zu Zeiten der Muiscas (das indigene Urvolk) die Salzhauptstadt und es wird hier immer noch Salz abgebaut. Wir besichtigen hier die größte Untertage Kathedrale der Welt, welche einfach umwerfend ist. Der Kreuzgang Jesu ist hier durch aus Salz oder in Salz gehauene riesige Kreuze dargestellt, welche jeweils mit einer speziellen Symbolik hinterlegt sind. Es gibt keine darstellende Figuren oder so, nur die Kreuze sind in verschiedenen Lichttönen angestrahlt. Der Hauptgang, durch den wir gehen, ist dagegen fast komplett dunkel gehalten. Obwohl ich von der Geschichte Jesus leider keinerlei Ahnung habe, beeindruckt es mich sehr, was hier entstanden ist. Hinter den Kreuzen kann man teilweise in die ursprünglichen Schächte sehen, wo vorher das Salz abgebaut wurde. Gigantisch! Wir gehen zunächst die 14 Stationen des Kreuzgangs, dann geht es weiter runter zu den drei Hauptschiffen. Hier sagt unser Guide, wir sollen jeder einen der  drei nebeneinanderliegenden Treppen frei wählen, sie würde uns anschließend die Bedeutung sagen. Ich habe den Weg der  Sünder gewählt… Unten beeindrucken mich 4 riesige Säulen (8 m Durchmesser) und die Mystic des gesamten Ortes. Unbedingt sehenswert!
      
Gegen 16.20 Uhr geht es weiter und wir fahren noch knappe 3 Stunden bis nach Villa de Leyva. Im Bus erzählt uns Jörg ein bisschen über die Kolumbianer. Es gibt hier 86 verschiedene Volksgruppen, wobei die „Indianer“ mit 3,5 Mio nur knapp 5 % der Bevölkerung ausmachen. Durch die verschiedenen indigenen Völker gibt es immerhin 84 verschiedene Sprachen. Die Kolumbianer sind sehr familiengebunden, Singlehaushalte gibt es wenig, wenn jemand solo ist, wohnt er / sie bei den Eltern. Vorige Generationen hatten oft 10 Kinder und mehr. Auf die Frage an unseren Busfahrer, wie viele Cousins und Cousinen er habe, meinte er, er wisse es nicht gemau, ungefähr 50.
In Villa de Leyva angekommen, hüpfen wir schnell aufs Zimmer und treffen uns dann 10 Minuten später wieder, um gemeinsam in den Ort zu laufen, wo wir gemeinsam Abendessen. Ich esse ein Rindersteak mit Gemüse und trinke 2 Bier und zahle dafür ca. 12 Euro. Der Ort ist, was man auf die schnelle und im Dunkeln sehen kann, echt sehr schön, alles viel ruhiger natürlich als in Bogota, trotzdem wirkt er nicht ausgestorben, und vor allem am riesigen Plaza Major ist noch ein bisschen was los.

Samstag, 19. Dezember 2015

Bogota



19.12.2015 Bogota – Hausberg Monserrate und Stadtrundgang

Die Nacht war okay, ich habe ganz gut geschlafen und wache ohne Rückenschmerzen auf. Allerdings ist es erst halb vier! Um halb sieben treffen wir uns dann alle Mann beim Frühstück. Es gibt Weißbrot und Ei. Und Cornflakes. Und wirklich guten Kaffee! Um 7:15 Uhr fahren wir dann los zum Fuße des Hausberges Monserrate (ca. 3.150 m), auf den wir mit der Seilbahn fahren. Schon während der Fahrt hinauf hat man einen gigantischen Ausblick auf die Stadt, bzw. eigentlich nur auf einen Teil der Stadt. Bogota hat etwa 9 Millionen Einwohner, echt der Wahnsinn, ein riesiges Häusermeer. Oben erklärt Miguel, unser Reiseleiter in Bogota, uns dies und jenes und dann haben wir noch ausreichend Zeit um Fotos zu machen und den Ausblick auf uns wirken zu lassen. Das südliche Drittel der Hochebene ist seit den 50er Jahren in wilder Landnahme entstanden, aus den Slums haben sich wild durcheinandergebaute Viertel entwickelt. Gegen halb 10 sind wir wieder unten, steigen in den Bus, der uns zu unserem nächsten Ziel bringt, das Projekt Exito Verde. Der Weg dahin führt uns durch die illegal entstandenen Viertel, alles wirkt ziemlich schäbig, obwohl die Häuser teils bunt bemalt sind, wirkt doch alles recht grau und schmucklos. Das soziale Projekt setzt sich vor allem für Naturprojekte ein, bzw. bringt diese selbst voran, indem sie z.B. Gärten anlegen. Wir treffen die Hauptverantwortliche und dabei ist auch eine ganze Schar Kinder, allesamt ganz offensichtlich aus armen Verhältnissen. Am Ende des Vortrages mache ich den Fehler und verteile Bonbons, die ich mitgebracht habe, danach werde ich vor allem einen kleinen Jungen nicht mehr los (Omar Santiago Gomez Gil). Wir laufen einmal durch das Viertel, wobei ich die schlimmsten zerlumptesten Hunde ever sehe, die allesamt gut in „Friedhof der Kuscheltiere“ passen würden. Danach fahren wir mit dem Bus (Omar neben mir) noch ein weiteres Stück den Berg hinauf zu einem neuen „Haus“ des Projektes. Dies befindet sich in dem neuesten Slum Bogotas, welcher seit etwa drei Jahren entsteht. Während die Menschen weiter unten noch in Häusern aus Stein leben, findet man hier aus allen möglichen Materialien zusammengehämmerte Buden. Immerhin gibt es Strom und Wasser. Wir werden quasi zur Einweihung des neuen Hauses eingeladen, jede Menge Kinder und ein paar Frauen laufen hier rum, es ist eine sehr herzliche Atmosphäre. Wir bekommen Kakao, Gebäck und Käse, was mir leider alles überhaupt nicht schmeckt, aber ich lasse es mir nicht anmerken. 
Gegen 13.00 Uhr machen wir uns dann auf den Weg zu unserem nächsten Programmpunkt – dem Goldmuseum. Dieses ist wirklich beeindruckend, hier sind ca. 35.000 Stücke aus präkolumbischer Zeit ausgestellt, die meisten davon aus purem Gold. Feinste Handarbeit, jahrhundertealt. Und Miguel hat uns vorher auch noch die Legende von El Dorado erzählt: https://de.wikipedia.org/wiki/Eldorado
Nach dem Museumsbesuch setzen wir unseren Stadtrundgang zu Fuß fort. Bogota ist vielleicht keine wirklich schöne Stadt, aber mir gefällt sie, es gibt im historischen Stadtzentrum einige schöne Gebäude und Plätze, die natürlich auch alle eine Geschichte haben. Wir laufen durch den „Barrio La Cendelaria“, ein wunderschöner, sehr alter Stadtteil. Leider haben wir keine Zeit, hier irgendwo in Ruhe einen Kaffee oder ein Bier zu trinken, und so gehen wir weiter, am ehemaligen Präsidentenpalast vorbei, bis wir zum „Plaza Bolivar“ kommen, wo die Gründung Kolumbiens einst stattfand. Hier ist heute eine Bühne aufgebaut und ein Weihnachtsbaum, der sicher größer ist als der in Dortmund. Es ist inzwischen etwa halb 5 und es herrscht ein lebendiges Treiben. Hier endet auch unser Stadtrundgang und wir gehen (endlich – außer dem Frühstück habe ich heute eigentlich nichts gegessen) zum Abendessen. Hierfür gehen wir in ein sehr schönes, von außen recht unscheinbares Restaurant und essen alle „Ajiaco“, einen Eintopf aus Kartoffeln, Hähnchenfleisch, Kapern, Reis und Sahne, einem Maiskolben darin und Avocado dazu. Ein bisschen wie Frikasse und einfach nur lecker! Als wir gegen 18.00 Uhr wieder zu Plaza Bolivar kommen, scheint bereits halb Bogota unterwegs zu sein, auf der Bühne wird Livemusik gespielt und es herrscht eine ausgelassene Stimmung. Und es ist im Grunde wie bei einem Volksfest bei uns, überhaupt nicht annähernd so düster wie damals in San Jose, wo ich mich echt gefürchtet habe. Einfach nur nett. Trotzdem geht die Gruppe nach ein paar Minuten geschlossen weiter zum Hotel, die Männer gehen noch ein Bier trinken, einige gehen aufs Zimmer, ich setze mich noch in den Innenhof und schreibe. Obwohl ich wirklich kaputt bin, ist es doch ein wenig früh zum Schlafen.

Freitag, 18. Dezember 2015

Anreise


18.12.2015 Anreise Düsseldorf-Madrid-Bogota

Um 4:37  Uhr geht der Wecker. Duschen, Kaffee trinken, Wohnung dicht machen, und los geht’s. Meinen Wagen lasse ich etwas außerhalb des Flughafens auf einem bewachten Parkplatz, der Shuttle-Bus steht schon bereit. In 5 Minuten sind wir am Flughafen und ich habe mal wieder noch viel zu viel Zeit. Die Check-In-Schalter sind noch gar nicht besetzt, erst um 6.00 Uhr, und dann geht’s auch wieder recht schnell. Anschließend noch in Ruhe einen Kaffee trinken, eine rauchen und um 8.05 Uhr startet die Maschine fast planmäßig Richtung Madrid. Dort ist das Umsteigen dann etwas sportlich. Um viertel vor 11.00 Uhr landen wir, und dann muss ich quasi auf die ganz andere Seite des Flughafens um dort in die Maschine nach Bogota zu steigen. Die auf den Hinweisschildern angezeigte Zeit beträgt 27 Minuten zu meinem Gate, ich gehe flott, muss aber ja unterwegs noch den Shuttlezug nehmen, aber es klappt natürlich alles wunderbar. Gerade als das Boarding anfängt, bin ich da. Und dann schon wieder rein ins Flugzeug. Ehrlich gesagt habe ich schon jetzt keine Lust mehr aufs Fliegen, aber die 10 Stunden muss ich wohl noch hinter mich bringen. Da ich mich gestern doch noch dazu entschlossen hatte, die 33 € extra zu investieren und mir meinen Sitzplatz selbst zu wählen (das Gute war, trotz dieser Info auf der Iberia-Siete hat es mich letztendlich gar nichts gekostet), habe ich nun einen Platz am Gang, so dass ich flexibel bin. Nach einer Stunde gibt es endlich was zu essen (die üblichen Pasta in Tomatensoße) und anschließend einen Kaffee. Die stunden plätschern so vor sich hin, ich schaue mir zwei Filme an, höre Musik, unterhalte mich ein bisschen mit meinem Sitznachbarn und am Ende geht der Flug dann ohne Turbulenzen recht gut vorüber. Und einen kleinen Flirt habe ich auch gehabt. Mit einem jungen Franzosen, der mir am Gang gegenüber saß. Blond, große blaue Augen, Pausbacken – ungefähr vier Jahre alt. Süß!
Die Neugier steigt immer mehr, wie die Gruppe sein wird. Und natürlich auf Kolumbien! Nach nicht ganz 10 Stunden Flugzeit landen wir in Bogota und die ersten der Gruppe treffe ich am  Kofferband, den Rest dann am Sammelpunkt bei unserem Reiseleiter Jörg. Der macht einen sehr sympathischen Eindruck, ein Deutscher, der aber bereits seit 8 Jahren in Kolumbien lebt und sehr aufgeschlossen, engagiert und umgänglich zu sein scheint. Die Gruppe ist zunächst einmal etwas enttäuschend für  mich. Alle sind deutlich älter, 3 Paare, wobei eine ihre Schwester dabei hat und zwei Männer, die erstmal etwas komisch wirken. Im Hotel stößt dann noch ein alleinreisender Mann dazu, der in etwa mein Alter haben dürfte. Aber natürlich kann ich sonst noch gar nichts über die Gruppe sagen, grundsätzlich machen die meisten erstmal einen netten Eindruck. Der Bus bringt uns in 45 Minuten zu unserem kleinen Hotel „Casa Platypus“, das direkt im historischen Zentrum liegt, welches heute Abend sehr belebt ist. Mein Zimmer ist klein, mit einem Fenster zum Innenhof, aber irgendwie gemütlich. Ein Teil der Gruppe verabredet sich noch, und Jörg geht mit uns Pizza essen. Ich esse zwar nichts (bin noch satt von dem „leckeren“ Fraß im Flieger), trinke aber ein erstes kolumbianisches Bierchen. Die Umgegend hier wirkt nett, lebhaft und einladend, und überhaupt nicht so, dass man sich fürchten müsste. Jörg erzählte auch, dass Kolumbien inzwischen relativ sicher ist, wenn man natürlich die üblichen Verhaltensregeln beachtet.


Gegen halb 9 bin ich auf dem Zimmer und muss erstmal alles sortieren, morgen früh geht es schon früh los. Ich freue mich und hoffe, dass ich eine gute Nacht auf diesen brettharten Bett verbringen werde…

Donnerstag, 17. Dezember 2015

Die Vorfreude steigt


17.12.2015
Noch einmal schlafen, dann geht's los. Morgen Mittag um diese Zeit bin ich schon auf dem Weg nach Bogota, irgendwie kann ich es noch nicht so ganz glauben. Aber ich freue mich natürlich riesig!
Die Reisetasche ist gepackt, 15 kg plus ein bisschen Handgepäck. Das fühlt sich allerdings wegen des ganzen Technikkrams, der sich darin befindet, fast genauso schwer an. Die Bordkarten sind auch schon gedruckt. Leider konnte ich nur den Sitzplatz für Düsseldorf - Madrid ändern, nach Bogota sitze ich irgendwo mittendrin. Nicht so schön, aber ich hoffe, da ergibt sich an Bord vielleicht noch was anderes. Daumen drücken!!!

Hier mal der Reiseverlauf, der mich die nächsten drei Wochen erwartet, zum nachlesen.


http://www.viventura.de/reise/xcol/tourablauf.pdf

Montag, 26. Oktober 2015

Länderinformationen





NameDas Land erhielt Anfang des 19. Jahrhunderts seinen heutigen Namen „Kolumbien“ zu Ehren des bekannten Weltumseglers Christoph Kolumbus.

Lage – Allgemein

Die Republik Kolumbien umfasst eine Fläche von 1,14 Millionen qkm und liegt im Norden Südamerikas. Das Land grenzt im Westen an den Pazifik, im Nordwesten an Panama, im Norden an die Karibik, im Osten an Venezuela und Brasilien sowie im Süden an Peru und Ecuador. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt ca. 1.800 km. Der höchste Berg des Landes ist der Pico Cristóbal Colón mit 5.800 m.
Zeitzone

Die Zeitdifferenz zwischen Deutschland und Kolumbien beträgt im Winter -6 und im Sommer - 7 Stunden.
Geographie

Ein Drittel des Landes wird vom Hochgebirge der Anden bedeckt, die sich in drei Gebirgszüge aufspalten, die parallel von Nord nach Süd laufen. Die Westkordillere fällt zum Pazifik hin ab, aus dem Gebirge der Zentralkordillere erheben sich sieben tätige Vulkane, der höchste von ihnen ist der vergletscherte Vulkan Nevado del Huila (5.750 m). Typisch für die bis zu 5.600 m hohe Ostkordillere sind die Hochebenen, die auf 2.700 m beginnen. Indianische Bauern bestellen hier ihre Felder mit Mais, Gerste, Bohnen und Kartoffeln. In den Lagen von 1.000 m – 2.000 m wird vor allem der berühmte kolumbianische Kaffee angebaut. Die einzelnen Kordilleren werden von den Flusstälern des Rio Cauca und des Rio Magdalena getrennt. Die beiden Flüsse vereinigen sich 250 km vor der Küste und münden in die Karibik. Die Täler des Rio Cauca und Rio Magdalena sind dicht besiedelt. Die Bevölkerung baut Weizen, Tabak und Baumwolle an. Der größte Teil des Landes wird vom Tiefland beherrscht, das sich im Osten bis an das Bergland von Guyana erstreckt.
Das Tiefland gliedert sich in die im Norden gelegenen Llanos, wellige Grasebenen, während der Süden des Tieflandes vom südamerikanischen Regenwald beherrscht wird. Die bedeutendsten Flüsse Kolumbiens sind der Orinoco und der Amazonas.
Geschichte

Die Ureinwohner Kolumbiens waren verschiedene Indianerstämme, die zahlreiche Spuren hinterlassen haben. Besonders der Stamm der Chibcha hat zahlreiche Schmuck- und Kultgegenstände hervorgebracht. Die koloniale Eroberung durch die Spanier erfolgte im 16. Jahrhundert von Ecuador aus. Die Spanier fanden in Kolumbien ihr erhofftes Traumland „ El Dorado“, da Kolumbien reiche Goldvorkommen hat, die schon von den Indianern abgebaut wurden. Die Spanier vereinigten Kolumbien und Ecuador zum Vizekönigreich Neugranada. Unter der Führung von Simón Bolívar setzten 1810 die Unabhängigkeitskämpfe ein, die 10 Jahre dauern sollten. Der Freiheitskämpfer konnte nur bis zu seinem Tode 1830 seine Vision von einem „Groß-Kolumbien“ verwirklichen. Dann verließen Ecuador und Venezuela die Union. 1903 löste sich auch, im Zusammenhang mit dem Bau des Panama-Kanals, die Provinz Panama von Kolumbien und bildete einen selbständigen Staat. Bereits seit 1840 schwelten unter den Befürwortern eines lockeren Staatenbundes auf der einen Seite und den Anhängern eines straff organisierten zentral regierten Staates auf der anderen Seite Streitigkeiten, die sich in blutigen Bürgerkriegen entluden. Auch im 20. Jahrhundert setzte sich dieser Streit mit gleicher Heftigkeit fort, so dass mehrere hunderttausend Kolumbianer ihr Leben verloren. Auch heute noch führen Grenzstreitigkeiten mit den Nachbarstaaten zu bewaffneten Konflikten, die immer wieder Todesopfer fordern. Auch die Aufstände gegen die ungleiche Landverteilung lassen das Land nicht zur Ruhe kommen und verhindern, dass die Bevölkerung Kolumbiens den Wohlstand erreicht, den die Bodenschätze des Landes bringen könnten.
Flora und Fauna

Die Böden Kolumbiens sind im Tiefland und an den Hängen der Kordilleren sehr nährstoffarm. An den Flussauen lagern sich teilweise die von der Erosion abgetragenen nährstoffreicheren Böden der Anden wieder ab. Die Tierwelt in den hochgelegenen Gegenden hat sich durch die starke Besiedlung sehr verändert, hier findet man nur noch wenige Hirsche und Bergtapire. Im Regenwald des Tieflandes hingegen hat sich die ursprüngliche Vegetation und Tierwelt meist noch erhalten. Typische Tiere sind hier Ozelots, Wasserschweine, Jaguare, Faultiere und neben Brüllaffen noch zahlreiche weitere Affenarten. In den Flüssen des Regenwaldes leben Kaimane und bis zu 9 m lange Anakondas. Die geringste Artenvielfalt findet man auf der extrem niederschlagsarmen Halbinsel Guajira. Dort können nur Dornbüsche und Kakteen existieren. Die Nationalpflanze Kolumbiens ist die Orchidee, die in zahlreichen Arten vorkommt. An der Nordküste wird Hanf angebaut, aus dem Marihuana gewonnen wird, im Landesinneren werden Koka-Sträucher gezogen, deren Blätter zu Kokain verarbeitet werden.
Wirtschaft
Dem Wert nach sind
Drogen der Hauptexportartikel Kolumbiens. Etwa 70 % der in den USA gehandelten Drogen stammen vermutlich aus Kolumbien. Offizielle wichtige Exportgüter sind Erdöl, Steinkohle, Kaffee, Schnittblumen, Bananen, Gold und Edelsteine. Importiert werden neben landwirtschaftlichen Produkten auch Maschinen, Kraftfahrzeuge, elektrische Geräte sowie Eisen- und Stahlprodukte. Bedeutendster Handelspartner ist die USA, aber auch die Märkte Chinas und der EU werden immer bedeutender. Mit den anderen südamerikanischen Staaten bestehen rege Handelsbeziehungen, vor allem mit Venezuela.

Bevölkerung

Kolumbien hat 44,5 Millionen Einwohner, von denen 70 % in den Andenregionen leben. Die Tiefländer im Osten sind nahezu unbewohnt, obwohl man durch Umsiedlung und Einwanderung von landwirtschaftlichen Fachkräften versucht, diese Region der großen Urwald – und Savannengebiete bewohnbar zu machen. Besonders groß ist die Bevölkerungsdichte in den Städten, da viele Familien sich mit dem kleinen Stück Land, das ihnen geblieben ist, nicht mehr selber ernähren können. Etwa eine Million Kolumbianer sind legal und illegal nach Venezuela ausgewandert, da dort die Verdienstmöglichkeiten besser sind. Die 200.000 Angehörigen der indigen Stämme leben auf der Halbinsel Gujira, dem Einzugsgebiet des Orinoco und in den Anden-Hochtälern. Nur etwa 20% der Bevölkerung sind Weiße, der Anteil der Mestizen (Mischlingen zwischen Indianern und Weißen) beträgt etwa 50 %, die Bevölkerungsgruppe der Afrikaner und ihrer Nachfahren etwa 30 %.
Religion

Der Großteil der kolumbianischen Bevölkerung ist katholisch. Eine andere größere Religionsgruppe bekennt sich zu amerikanischen evangelischen Sekten.
Sprache

Die Amtssprache Kolumbiens ist Spanisch. Englisch wird nur in großen Touristenzentren und teilweise in der Hauptstadt verstanden. Grundkenntnisse in Spanisch sind daher hilfreich bzw. in manchen Gegenden dringend erforderlich.

 

Städte und Orte in Kolumbien

Popayán

Die "weiße Stadt" Popayán, die sich in den südlichen Anden befindet, wurde in 1537 von Sebastián de Belalcázar gegründet, der von Quito aus auf dem Weg nach Norden war, um die legendären Goldschätze von Eldorado zu finden. In Popayán findet man das Zentrum der indigenen Kultur im Süden Kolumbiens. Eine der Hauptsehenswürdigkeiten Popayáns ist seine koloniale Architektur. Alle Gebäude im historischen Zentrum sind weiß getüncht und vermitteln den Eindruck einer längst vergangenen Zeit. Ein sehr populäres architektonisches Werk ist die Iglesia de San Francisco. Die zwischen 1775 und 1795 gebaute Franziskaner-Kirche ist ein Schmuckstück des späten Barocks, der sich hier länger gehalten hat als in Europa. Von hier startet eine der berühmten Oster-Prozessionen, die wahre Menschenmassen anlocken. Auf einer 30km langen, holprigen Straße, kommt man aus Popayán zum Nationalpark Puracé. Der Puracé ist ein 4756 m hoher, äußerst aktiver Vulkan, der allein im 20. Jahrhundert zwölf Mal ausgebrochen ist. In der bezaubernden Landschaft hat man die Gelegenheit, den mächtigen Kondor, den "König der Anden", aus allernächster Nähe zu beobachten.

Bogotá

Die Hauptstadt Kolumbiens liegt in einem Hochtal auf 2.645 m. Die Altstadt ist wegen ihren zahlreichen historischen Bauten, spektakulären Kirchen, dem Regierungspalast und der Plaza Bolívar bekannt. Besonders sehenswert ist das weltbekannte Goldmuseum - Museo del Oro, in dem eine Vielzahl an Gold- und Silberstücken, die von verschiedenen präkolumbianischen Kulturen angefertigt wurden, ausgestellt sind. Viele davon wurden von den Indianern des Chibcha-Stammes gefertigt. Bogotá hat sich in den letzten Jahren auch als eines der wichtigsten Gastronomie-Zentren von Lateinamerika durchgesetzt, mit sechs Gastronomie-Zonen, wo in Spitzenrestaurants internationale und lokale Kulinarische Spezialitäten angeboten werden. Mit einer Seilbahn kann man aus der Stadt auf den Cerro Monserrate fahren, der einen atemberaubenden Blick über die Metropole und die umliegende Savanne bietet. Eine Stunde von Bogota entfernt liegt die Salzkathedrale Zipaquira. In den stillgelegten Stollen des Bergwerks wurde die größte Untertagekathedrale der Welt gebaut.

Cartagena

Nach der Gründung 1533 wurde Cartagena bald zur wichtigsten Stadt des Landes, da hier die Silber- und Goldschätze auf die Schiffe der Kolonialherren verladen wurden. Man baute einen mächtigen Festungsring, um die Stadt vor Angriffen zu schützen. Nicht nur die eindrucksvolle Festung San Felipe, welche auf einem Hügel vor der Altstadt errichtet wurde, um die Stadt vor Piraten zu schützen, sondern auch viele Gebäude aus der ehemaligen Kolonialzeit sind noch erhalten, wie die Kathedrale, die Kirche Santo Domingo und das Jesuitenkonvent. Cartagena gehört zu den wohl schönsten Kolonialstädten Lateinamerikas. Die Altstadt beeindruckt außerdem durch ihren karibischen Flair, ihre Lebensfreude und ihre bunten Häuser. Die Stadt wurde 1994 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

San Agustín

San Agustin war einst Siedlungspunkt einer alten Indianer-Kultur aus dem 1. bis 8. Jahrhundert. Man konnte nachweisen, dass die Bevölkerung bereits Handel mit anderen Völkern jenseits des Amazonas und am Pazifik betrieb. Von der Kultur der Menschen in San Agustin zeugen noch alte Steinstatuen und Gräber mit Goldbeigaben. Die Stadt hat einen archäologischen Park, der sich der »verlorenen Kultur« von San Agustín widmet. Hier stehen zum Teil bis zu 3000 Jahre alte Steinfiguren und Monolithen. Die Stadt ist praktisch umgeben von archäologischen Stätten und man kann wahlweise einen Ausritt zu den Stätten von La Chaquira und El Tablón unternehmen oder aber einen Ausflug mitten hinein in die Anden nach Tierradentro. Es sind sehr interessante Ausgrabungsstätten einer rätselhaften Kultur, die ca. 600 - 800 Jahre v. Chr. existierte. Eingebettet in ein landschaftlich spektakuläres Panorama, bestehend aus dem Purace-Vulkan im Süden, dem Nevado del Huila im Norden, dem Río Paez im Osten und dem Páramo im Westen, wurden dort einzigartige Grabkammern in den Fels geschlagen.

Tayrona Nationalpark

Im idyllischen Nationalpark von Tayrona bieten sich viele feinsandige weiße Strände, abgelegene Meeresbuchten und leuchtende Lagunen zum Schwimmen und Entspannen an.

Baranquilla

Baranquilla ist eine äußerst fröhliche und lebenslustige Stadt. Sie ist bekannt für ihre ausgezeichnete arabische Gastronomie und abends wehen Salsa-Klänge durch die Gassen. Ein besonderes Highlight stellt der Karneval jedes Jahr im Februar dar, der sogar von der UNESCO zu lebendem Erbe der Menschheit deklariert wurde.

San Andrés y Providencia

Rund 700 Kilometer vor der Küste liegt das Insel-Archipel San Andrés y Providencia. Es erhebt sich im türkisfarbenen Wasser der Karibik und die perlweißen Strände der Inseln glänzen im Sonnenschein. Das kristallklare Wasser bietet eine unglaublich gute Sicht auf die schillernden Korallenriffe und die in allen Regenbogenfarben leuchtende Unterwasserwelt. Die Inseln sind nicht nur bestens zum Schwimmen, Entspannen und Schnorcheln geeignet. Es gibt auch zahlreiche Wassersportangebote wie Kitesurfen, Wasserski oder Windsurfen.

Villa de Leyva

Die Anden durchziehen das Staatsgebiet Kolumbiens direkt hinter den Küstenregionen von Süden nach Norden. Sie teilen sich in drei Gebirgsketten auf. Dadurch besteht das Landschaftsbild aus fruchtbaren Tälern, sanften Hügeln mit saftigen, bunt blühenden Wiesen, leuchtend blauen Bergseen, dunkelgrünen Wäldern und den weißen, schneebedeckten Gipfeln der bis über 5300 Meter hohen Berge. Inmitten dieser traumhaften Landschaft verstecken sich wunderhübsche und überaus gut erhaltene Kolonialdörfer. Eines davon ist der Ort Villa de Leyva, der durch seine Häuser sowie zahlreichen Kirchen und Klöster aus weißem Kalkstein besticht. In der Nähe der Stadt wurden Überreste von Seesauriern gefunden, die man sich unbedingt anschauen sollte.