Montag, 28. Dezember 2015

Silvia



27.12.2015  Silvia
Das Frühstück ist heute wieder um 7:30, um 8 Uhr starten wir mit Christian, unserem örtlichen Guide, mit der Stadtbesichtigung. Popayan ist eine Universitätsstadt (es gibt hier 27 Universitäten) und wird wegen ihrer meist schneeweiß getünchten Fassaden "Ciudad Blanca" genannt. 1983 wurde die Stadt durch ein Erdbeben fast komplett zerstört und anschließend in zwei Jahrzehnten wieder aufgebaut. Wir beginnen am Parque Caldas, dem Herz der Stadt, schauen uns die Basilica Metropolitana Nuestra Senora de la Asuncion von innen an und schlendern weiter zum Cerro el Morro, einem Hügel vom dem aus man einen guten Blick über die Stadt hat. Am Ende gehen wir noch in eine kleine Bäckerei, wo wir leckeres Gebäck nach einem alten Rezept verköstigen können. Die Stadtbesichtigung geht bis 11 Uhr, dann steigen wir am Hotel direkt in den Bus.  Wir fahren weiter nach Silvia, wo wir um 12.30 Uhr ankommen und eine halbe Stunde über den Hauptplatz bummeln. Hier sehen die Menschen schon ganz anders aus, da hier viele Indios leben, einige tragen auch traditionelle Kleidung.  Eine Band macht mit Trommel und Flöte Musik und es herrscht eine schöne und entspannte Atmosphäre. Danach fahren wir weiter in die Berge wo wir die Gemeinde der Guambiano besuchen. Diese sind neben den Paeces das größte indigene Volk in Kolumbien und leben nach uralten Stammesgesetzen in Dorfgemeinschaften. Wir essen erst zu Mittag (Suppe und Forelle mit Reis). Eigentlich hatte Jörg ein traditionelles Essen bestellt, wo man in der Küche um ein Feuer hockend das Essen zu sich nimmt. Statt dessen sitzen wir auf abgewetzten Plastikstühlen an Tischen, die lieblos mit Papiertischdecken bestückt sind. Nach dem Essen bekommen wir im Ritualhaus einige Erklärungen zu dem Leben und den Gebräuchen hier. Anschließend fahren wir ein Stück zu einem Schamanen, der uns dann auch noch einiges spirituelles erklärt  und uns durch seinen Kräutergarten führt. Die Guambiano nutzen noch zahlreiche Pflanzen für medizinische Zwecke und wir kaufen dann auch noch diverse Mittelchen in der Apotheke der Gemeinde. Dann werden noch einige der Gruppe etwas verkleidet, müssen einen traditionellen Tanz tanzen (ich drücke mich erfolgreich) und dann hocken wir ein wenig dumm rum, bis es Abendessen gibt. Es gibt eine graue Suppe mit Knochen und Bohnen und anschließend heißes,  mit Panella gesüßtes Wasser (sehr süß), dazu Frischkäse, den man üblicherweise in das Zuckerwasser krümelt. Ich finde es widerlich, sowohl in Kombination als auch einzeln. Um  20.00 Uhr ist dann das Tagesprogramm beendet. Da hier gar nichts ist, es nicht einmal irgendwas zu trinken gibt oder jemand wenigstens ein UNO-Spiel dabei hat, müssen wir zusehen, dass wir irgendwie den Abend rum bekommen. Heute übernachten wir in einfachen Mehrbettzimmern in der Gemeinde. Wir haben gestern schon die Aufteilung vorgenommen, und ich bin mit den drei anderen alleinreisenden Frauen untergebracht. Die Betten sind recht einfach und ich habe mir bereits eine zweite Decke geben lassen, denn es könnte kalt werden...

  

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