27.12.2015 Silvia
Das
Frühstück ist heute wieder um 7:30, um 8 Uhr starten wir mit Christian, unserem
örtlichen Guide, mit der Stadtbesichtigung. Popayan ist eine Universitätsstadt
(es gibt hier 27 Universitäten) und wird wegen ihrer meist schneeweiß
getünchten Fassaden "Ciudad Blanca" genannt. 1983 wurde die Stadt
durch ein Erdbeben fast komplett zerstört und anschließend in zwei Jahrzehnten
wieder aufgebaut. Wir beginnen am Parque Caldas, dem Herz der Stadt, schauen
uns die Basilica Metropolitana Nuestra Senora de la Asuncion von innen an und
schlendern weiter zum Cerro el Morro, einem Hügel vom dem aus man einen guten
Blick über die Stadt hat. Am Ende gehen wir noch in eine kleine Bäckerei, wo
wir leckeres Gebäck nach einem alten Rezept verköstigen können. Die
Stadtbesichtigung geht bis 11 Uhr, dann steigen wir am Hotel direkt in den
Bus. Wir fahren weiter nach Silvia, wo wir um 12.30 Uhr ankommen und eine
halbe Stunde über den Hauptplatz bummeln. Hier sehen die Menschen schon ganz
anders aus, da hier viele Indios leben, einige tragen auch traditionelle
Kleidung. Eine Band macht mit Trommel und Flöte Musik und es herrscht
eine schöne und entspannte Atmosphäre. Danach fahren wir weiter in die Berge wo
wir die Gemeinde der Guambiano besuchen. Diese sind neben den Paeces das größte
indigene Volk in Kolumbien und leben nach uralten Stammesgesetzen in Dorfgemeinschaften.
Wir essen erst zu Mittag (Suppe und Forelle mit Reis). Eigentlich hatte Jörg
ein traditionelles Essen bestellt, wo man in der Küche um ein Feuer hockend das
Essen zu sich nimmt. Statt dessen sitzen wir auf abgewetzten Plastikstühlen an
Tischen, die lieblos mit Papiertischdecken bestückt sind. Nach dem Essen bekommen
wir im Ritualhaus einige Erklärungen zu dem Leben und den Gebräuchen hier. Anschließend
fahren wir ein Stück zu einem Schamanen, der uns dann auch noch einiges spirituelles
erklärt und uns durch seinen Kräutergarten führt. Die Guambiano nutzen
noch zahlreiche Pflanzen für medizinische Zwecke und wir kaufen dann auch noch
diverse Mittelchen in der Apotheke der Gemeinde. Dann werden noch einige der
Gruppe etwas verkleidet, müssen einen traditionellen Tanz tanzen (ich drücke
mich erfolgreich) und dann hocken wir ein wenig dumm rum, bis es Abendessen
gibt. Es gibt eine graue Suppe mit Knochen und Bohnen und anschließend
heißes, mit Panella gesüßtes Wasser (sehr süß), dazu Frischkäse, den man
üblicherweise in das Zuckerwasser krümelt. Ich finde es widerlich, sowohl in
Kombination als auch einzeln. Um 20.00 Uhr ist dann das Tagesprogramm
beendet. Da hier gar nichts ist, es nicht einmal irgendwas zu trinken gibt oder
jemand wenigstens ein UNO-Spiel dabei hat, müssen wir zusehen, dass wir
irgendwie den Abend rum bekommen. Heute übernachten wir in einfachen
Mehrbettzimmern in der Gemeinde. Wir haben gestern schon die Aufteilung
vorgenommen, und ich bin mit den drei anderen alleinreisenden Frauen
untergebracht. Die Betten sind recht einfach und ich habe mir bereits eine
zweite Decke geben lassen, denn es könnte kalt werden...

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