01.01.2016 Fahrt nach Cartagena
Wegen
der unglaublich langen und ausgiebigen Silvesternacht wurde die Abfahrt heute
erst für 10 Uhr angesetzt. Ich bin bereits schon um halb sieben wach und gehe
zum Haupthaus um ins Internet zu gehen. Dann setze ich mich ein bisschen an den
Strand, um anschließend schon einmal zu frühstücken. Die anderen trudeln nach
und nach ein, und eigentlich hätten wir schon etwas früher losfahren können,
allerdings brauchen die etwa anderthalb Stunden um unsere Rechnungen fertig zu
machen. Das ist hier halt so. Irgendwann geht es dann los zu einem weiteren Fahrtag,
diesmal nach Cartagena, unserer letzten Station.
Hier
an der Karibikküste ist die Armut sichtbar größer als in den Landesteilen wo
wir bisher waren - sogar größer als in den Slums von Bogota. Das hatte Jörg uns
vorher schon erzählt. Bisher haben wir von der Armut nicht allzu viel
mitbekommen, außer hin und wieder am Straßenrand schlafende zerlumpte Gestalt,
aber die gibt es bei uns ja auch. Und bisher wusste ich auch nicht, wo ich die
Sachen, die ich eigentlich nach und nach hier lassen wollte, abgeben sollte.
Ich will ja auch niemanden beleidigen. Aber ich habe gestern im Hotel
nachgefragt, und heute Morgen die Sachen bei den Mädels abgegeben, die
sich sehr gefreut haben.
Um
16 die Uhr kommen wir in Cartagena an, wir wohnen in einem netten kleinen Hotel
(Villa Colonial), was im Stadtteil Getsemani liegt, einem früheren
Arbeiterviertel der Stadt. Dieses Viertel erinnert mich ein bisschen an Havanna
in klein, viele abgeranzte Häuser, die ihre guten Tage lange hinter sich haben,
aber trotzdem sehr viel Flair ausstrahlen. Die Fassaden sind kunterbunt
und aus jeder Ecke kommt Musik. Hier wohnen viele Einheimische der Mittelklasse
und es gibt jede Menge Hostels. Ich laufe mit Martin ein Stündchen durch die Gassen
und mag diese Ecke, dieses quirlige bunte Treiben auf Anhieb.
Um
18 Uhr treffen wir uns zum gemeinsamen Abendessen. Wir gehen in ein nettes Restaurant,
das Jörg heute Nachmittag schon ausgekundschaftet hatte, und ich bestelle eine
Meeresfrüchte-Casserole. Die ist zwar nicht so genial wie damals in Costa Rica,
aber doch sehr lecker. Alles dauert allerdings wieder ewig, so dass wir
erst gegen halb neun da raus sind. Wir schlendern durch die gleichen Gassen wie
heute Nachmittag, aber jetzt herrscht hier ein ganz buntes Treiben, die Straßen
und Restaurants sind voll, auf einem Platz vor einer alten Kirche tummeln sich
etliche Leute, sitzen dort mit einem Bier und ich finde die Stimmung einfach
herrlich. Ein Teil der Gruppe war schon vorgegangen, die wollen in eine kubanische
Bar, da ist heute Livemusik. Ich habe weder noch genug Geld für den Eintritt
noch Lust, irgendwo rein zu gehen. Ein anderer Teil geht bereits zum
Hotel, das Schweizer Pärchen setzt sich verständlicherweise ab und auf einmal
stehe ich alleine da. Da ich noch nicht aufs Zimmer gehen will, gehe ich zurück
zu dem Platz vor der Kirche, hole mir in dem Shop ein Bier und setze mich mitten
rein und genieße die Stimmung.
Plötzlich ist an einer Straßengabelung was los, einige Streetdancer geben ihr Können zum Besten, richtig cool. Die Taxen, die nicht weiter kommen, hupen, aber es interessiert niemandem, selbst die Polizei fährt vorbei, ohne eine Reaktion. Das geht ein paar Minuten so, dann geht der normale Betrieb weiter. Inzwischen krabbelt ein kleiner Junge halb auf mir rum. Und ich ärgere mich ein weiteres Mal, dass ich nicht mehr Spanisch spreche, es wäre hier wahrscheinlich leicht, mir irgendwem ins Gespräch zu kommen. Als der kleine Junge anfängt, mich ziemlich fest zu kneifen und zu beißen, und die (ziemlich junge) Mutter überhaupt keine Reaktion zeigt, laufe ich noch ein bisschen herum, bis ich mich dann auf den Weg zum Hotel mache, was nicht weit entfernt ist. Ich setze mich noch ein wenig auf die Terrasse, schreibe, und genieße den schönen warmen Abend.
Plötzlich ist an einer Straßengabelung was los, einige Streetdancer geben ihr Können zum Besten, richtig cool. Die Taxen, die nicht weiter kommen, hupen, aber es interessiert niemandem, selbst die Polizei fährt vorbei, ohne eine Reaktion. Das geht ein paar Minuten so, dann geht der normale Betrieb weiter. Inzwischen krabbelt ein kleiner Junge halb auf mir rum. Und ich ärgere mich ein weiteres Mal, dass ich nicht mehr Spanisch spreche, es wäre hier wahrscheinlich leicht, mir irgendwem ins Gespräch zu kommen. Als der kleine Junge anfängt, mich ziemlich fest zu kneifen und zu beißen, und die (ziemlich junge) Mutter überhaupt keine Reaktion zeigt, laufe ich noch ein bisschen herum, bis ich mich dann auf den Weg zum Hotel mache, was nicht weit entfernt ist. Ich setze mich noch ein wenig auf die Terrasse, schreibe, und genieße den schönen warmen Abend.
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