Montag, 26. Oktober 2015

Länderinformationen





NameDas Land erhielt Anfang des 19. Jahrhunderts seinen heutigen Namen „Kolumbien“ zu Ehren des bekannten Weltumseglers Christoph Kolumbus.

Lage – Allgemein

Die Republik Kolumbien umfasst eine Fläche von 1,14 Millionen qkm und liegt im Norden Südamerikas. Das Land grenzt im Westen an den Pazifik, im Nordwesten an Panama, im Norden an die Karibik, im Osten an Venezuela und Brasilien sowie im Süden an Peru und Ecuador. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt ca. 1.800 km. Der höchste Berg des Landes ist der Pico Cristóbal Colón mit 5.800 m.
Zeitzone

Die Zeitdifferenz zwischen Deutschland und Kolumbien beträgt im Winter -6 und im Sommer - 7 Stunden.
Geographie

Ein Drittel des Landes wird vom Hochgebirge der Anden bedeckt, die sich in drei Gebirgszüge aufspalten, die parallel von Nord nach Süd laufen. Die Westkordillere fällt zum Pazifik hin ab, aus dem Gebirge der Zentralkordillere erheben sich sieben tätige Vulkane, der höchste von ihnen ist der vergletscherte Vulkan Nevado del Huila (5.750 m). Typisch für die bis zu 5.600 m hohe Ostkordillere sind die Hochebenen, die auf 2.700 m beginnen. Indianische Bauern bestellen hier ihre Felder mit Mais, Gerste, Bohnen und Kartoffeln. In den Lagen von 1.000 m – 2.000 m wird vor allem der berühmte kolumbianische Kaffee angebaut. Die einzelnen Kordilleren werden von den Flusstälern des Rio Cauca und des Rio Magdalena getrennt. Die beiden Flüsse vereinigen sich 250 km vor der Küste und münden in die Karibik. Die Täler des Rio Cauca und Rio Magdalena sind dicht besiedelt. Die Bevölkerung baut Weizen, Tabak und Baumwolle an. Der größte Teil des Landes wird vom Tiefland beherrscht, das sich im Osten bis an das Bergland von Guyana erstreckt.
Das Tiefland gliedert sich in die im Norden gelegenen Llanos, wellige Grasebenen, während der Süden des Tieflandes vom südamerikanischen Regenwald beherrscht wird. Die bedeutendsten Flüsse Kolumbiens sind der Orinoco und der Amazonas.
Geschichte

Die Ureinwohner Kolumbiens waren verschiedene Indianerstämme, die zahlreiche Spuren hinterlassen haben. Besonders der Stamm der Chibcha hat zahlreiche Schmuck- und Kultgegenstände hervorgebracht. Die koloniale Eroberung durch die Spanier erfolgte im 16. Jahrhundert von Ecuador aus. Die Spanier fanden in Kolumbien ihr erhofftes Traumland „ El Dorado“, da Kolumbien reiche Goldvorkommen hat, die schon von den Indianern abgebaut wurden. Die Spanier vereinigten Kolumbien und Ecuador zum Vizekönigreich Neugranada. Unter der Führung von Simón Bolívar setzten 1810 die Unabhängigkeitskämpfe ein, die 10 Jahre dauern sollten. Der Freiheitskämpfer konnte nur bis zu seinem Tode 1830 seine Vision von einem „Groß-Kolumbien“ verwirklichen. Dann verließen Ecuador und Venezuela die Union. 1903 löste sich auch, im Zusammenhang mit dem Bau des Panama-Kanals, die Provinz Panama von Kolumbien und bildete einen selbständigen Staat. Bereits seit 1840 schwelten unter den Befürwortern eines lockeren Staatenbundes auf der einen Seite und den Anhängern eines straff organisierten zentral regierten Staates auf der anderen Seite Streitigkeiten, die sich in blutigen Bürgerkriegen entluden. Auch im 20. Jahrhundert setzte sich dieser Streit mit gleicher Heftigkeit fort, so dass mehrere hunderttausend Kolumbianer ihr Leben verloren. Auch heute noch führen Grenzstreitigkeiten mit den Nachbarstaaten zu bewaffneten Konflikten, die immer wieder Todesopfer fordern. Auch die Aufstände gegen die ungleiche Landverteilung lassen das Land nicht zur Ruhe kommen und verhindern, dass die Bevölkerung Kolumbiens den Wohlstand erreicht, den die Bodenschätze des Landes bringen könnten.
Flora und Fauna

Die Böden Kolumbiens sind im Tiefland und an den Hängen der Kordilleren sehr nährstoffarm. An den Flussauen lagern sich teilweise die von der Erosion abgetragenen nährstoffreicheren Böden der Anden wieder ab. Die Tierwelt in den hochgelegenen Gegenden hat sich durch die starke Besiedlung sehr verändert, hier findet man nur noch wenige Hirsche und Bergtapire. Im Regenwald des Tieflandes hingegen hat sich die ursprüngliche Vegetation und Tierwelt meist noch erhalten. Typische Tiere sind hier Ozelots, Wasserschweine, Jaguare, Faultiere und neben Brüllaffen noch zahlreiche weitere Affenarten. In den Flüssen des Regenwaldes leben Kaimane und bis zu 9 m lange Anakondas. Die geringste Artenvielfalt findet man auf der extrem niederschlagsarmen Halbinsel Guajira. Dort können nur Dornbüsche und Kakteen existieren. Die Nationalpflanze Kolumbiens ist die Orchidee, die in zahlreichen Arten vorkommt. An der Nordküste wird Hanf angebaut, aus dem Marihuana gewonnen wird, im Landesinneren werden Koka-Sträucher gezogen, deren Blätter zu Kokain verarbeitet werden.
Wirtschaft
Dem Wert nach sind
Drogen der Hauptexportartikel Kolumbiens. Etwa 70 % der in den USA gehandelten Drogen stammen vermutlich aus Kolumbien. Offizielle wichtige Exportgüter sind Erdöl, Steinkohle, Kaffee, Schnittblumen, Bananen, Gold und Edelsteine. Importiert werden neben landwirtschaftlichen Produkten auch Maschinen, Kraftfahrzeuge, elektrische Geräte sowie Eisen- und Stahlprodukte. Bedeutendster Handelspartner ist die USA, aber auch die Märkte Chinas und der EU werden immer bedeutender. Mit den anderen südamerikanischen Staaten bestehen rege Handelsbeziehungen, vor allem mit Venezuela.

Bevölkerung

Kolumbien hat 44,5 Millionen Einwohner, von denen 70 % in den Andenregionen leben. Die Tiefländer im Osten sind nahezu unbewohnt, obwohl man durch Umsiedlung und Einwanderung von landwirtschaftlichen Fachkräften versucht, diese Region der großen Urwald – und Savannengebiete bewohnbar zu machen. Besonders groß ist die Bevölkerungsdichte in den Städten, da viele Familien sich mit dem kleinen Stück Land, das ihnen geblieben ist, nicht mehr selber ernähren können. Etwa eine Million Kolumbianer sind legal und illegal nach Venezuela ausgewandert, da dort die Verdienstmöglichkeiten besser sind. Die 200.000 Angehörigen der indigen Stämme leben auf der Halbinsel Gujira, dem Einzugsgebiet des Orinoco und in den Anden-Hochtälern. Nur etwa 20% der Bevölkerung sind Weiße, der Anteil der Mestizen (Mischlingen zwischen Indianern und Weißen) beträgt etwa 50 %, die Bevölkerungsgruppe der Afrikaner und ihrer Nachfahren etwa 30 %.
Religion

Der Großteil der kolumbianischen Bevölkerung ist katholisch. Eine andere größere Religionsgruppe bekennt sich zu amerikanischen evangelischen Sekten.
Sprache

Die Amtssprache Kolumbiens ist Spanisch. Englisch wird nur in großen Touristenzentren und teilweise in der Hauptstadt verstanden. Grundkenntnisse in Spanisch sind daher hilfreich bzw. in manchen Gegenden dringend erforderlich.

 

Städte und Orte in Kolumbien

Popayán

Die "weiße Stadt" Popayán, die sich in den südlichen Anden befindet, wurde in 1537 von Sebastián de Belalcázar gegründet, der von Quito aus auf dem Weg nach Norden war, um die legendären Goldschätze von Eldorado zu finden. In Popayán findet man das Zentrum der indigenen Kultur im Süden Kolumbiens. Eine der Hauptsehenswürdigkeiten Popayáns ist seine koloniale Architektur. Alle Gebäude im historischen Zentrum sind weiß getüncht und vermitteln den Eindruck einer längst vergangenen Zeit. Ein sehr populäres architektonisches Werk ist die Iglesia de San Francisco. Die zwischen 1775 und 1795 gebaute Franziskaner-Kirche ist ein Schmuckstück des späten Barocks, der sich hier länger gehalten hat als in Europa. Von hier startet eine der berühmten Oster-Prozessionen, die wahre Menschenmassen anlocken. Auf einer 30km langen, holprigen Straße, kommt man aus Popayán zum Nationalpark Puracé. Der Puracé ist ein 4756 m hoher, äußerst aktiver Vulkan, der allein im 20. Jahrhundert zwölf Mal ausgebrochen ist. In der bezaubernden Landschaft hat man die Gelegenheit, den mächtigen Kondor, den "König der Anden", aus allernächster Nähe zu beobachten.

Bogotá

Die Hauptstadt Kolumbiens liegt in einem Hochtal auf 2.645 m. Die Altstadt ist wegen ihren zahlreichen historischen Bauten, spektakulären Kirchen, dem Regierungspalast und der Plaza Bolívar bekannt. Besonders sehenswert ist das weltbekannte Goldmuseum - Museo del Oro, in dem eine Vielzahl an Gold- und Silberstücken, die von verschiedenen präkolumbianischen Kulturen angefertigt wurden, ausgestellt sind. Viele davon wurden von den Indianern des Chibcha-Stammes gefertigt. Bogotá hat sich in den letzten Jahren auch als eines der wichtigsten Gastronomie-Zentren von Lateinamerika durchgesetzt, mit sechs Gastronomie-Zonen, wo in Spitzenrestaurants internationale und lokale Kulinarische Spezialitäten angeboten werden. Mit einer Seilbahn kann man aus der Stadt auf den Cerro Monserrate fahren, der einen atemberaubenden Blick über die Metropole und die umliegende Savanne bietet. Eine Stunde von Bogota entfernt liegt die Salzkathedrale Zipaquira. In den stillgelegten Stollen des Bergwerks wurde die größte Untertagekathedrale der Welt gebaut.

Cartagena

Nach der Gründung 1533 wurde Cartagena bald zur wichtigsten Stadt des Landes, da hier die Silber- und Goldschätze auf die Schiffe der Kolonialherren verladen wurden. Man baute einen mächtigen Festungsring, um die Stadt vor Angriffen zu schützen. Nicht nur die eindrucksvolle Festung San Felipe, welche auf einem Hügel vor der Altstadt errichtet wurde, um die Stadt vor Piraten zu schützen, sondern auch viele Gebäude aus der ehemaligen Kolonialzeit sind noch erhalten, wie die Kathedrale, die Kirche Santo Domingo und das Jesuitenkonvent. Cartagena gehört zu den wohl schönsten Kolonialstädten Lateinamerikas. Die Altstadt beeindruckt außerdem durch ihren karibischen Flair, ihre Lebensfreude und ihre bunten Häuser. Die Stadt wurde 1994 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

San Agustín

San Agustin war einst Siedlungspunkt einer alten Indianer-Kultur aus dem 1. bis 8. Jahrhundert. Man konnte nachweisen, dass die Bevölkerung bereits Handel mit anderen Völkern jenseits des Amazonas und am Pazifik betrieb. Von der Kultur der Menschen in San Agustin zeugen noch alte Steinstatuen und Gräber mit Goldbeigaben. Die Stadt hat einen archäologischen Park, der sich der »verlorenen Kultur« von San Agustín widmet. Hier stehen zum Teil bis zu 3000 Jahre alte Steinfiguren und Monolithen. Die Stadt ist praktisch umgeben von archäologischen Stätten und man kann wahlweise einen Ausritt zu den Stätten von La Chaquira und El Tablón unternehmen oder aber einen Ausflug mitten hinein in die Anden nach Tierradentro. Es sind sehr interessante Ausgrabungsstätten einer rätselhaften Kultur, die ca. 600 - 800 Jahre v. Chr. existierte. Eingebettet in ein landschaftlich spektakuläres Panorama, bestehend aus dem Purace-Vulkan im Süden, dem Nevado del Huila im Norden, dem Río Paez im Osten und dem Páramo im Westen, wurden dort einzigartige Grabkammern in den Fels geschlagen.

Tayrona Nationalpark

Im idyllischen Nationalpark von Tayrona bieten sich viele feinsandige weiße Strände, abgelegene Meeresbuchten und leuchtende Lagunen zum Schwimmen und Entspannen an.

Baranquilla

Baranquilla ist eine äußerst fröhliche und lebenslustige Stadt. Sie ist bekannt für ihre ausgezeichnete arabische Gastronomie und abends wehen Salsa-Klänge durch die Gassen. Ein besonderes Highlight stellt der Karneval jedes Jahr im Februar dar, der sogar von der UNESCO zu lebendem Erbe der Menschheit deklariert wurde.

San Andrés y Providencia

Rund 700 Kilometer vor der Küste liegt das Insel-Archipel San Andrés y Providencia. Es erhebt sich im türkisfarbenen Wasser der Karibik und die perlweißen Strände der Inseln glänzen im Sonnenschein. Das kristallklare Wasser bietet eine unglaublich gute Sicht auf die schillernden Korallenriffe und die in allen Regenbogenfarben leuchtende Unterwasserwelt. Die Inseln sind nicht nur bestens zum Schwimmen, Entspannen und Schnorcheln geeignet. Es gibt auch zahlreiche Wassersportangebote wie Kitesurfen, Wasserski oder Windsurfen.

Villa de Leyva

Die Anden durchziehen das Staatsgebiet Kolumbiens direkt hinter den Küstenregionen von Süden nach Norden. Sie teilen sich in drei Gebirgsketten auf. Dadurch besteht das Landschaftsbild aus fruchtbaren Tälern, sanften Hügeln mit saftigen, bunt blühenden Wiesen, leuchtend blauen Bergseen, dunkelgrünen Wäldern und den weißen, schneebedeckten Gipfeln der bis über 5300 Meter hohen Berge. Inmitten dieser traumhaften Landschaft verstecken sich wunderhübsche und überaus gut erhaltene Kolonialdörfer. Eines davon ist der Ort Villa de Leyva, der durch seine Häuser sowie zahlreichen Kirchen und Klöster aus weißem Kalkstein besticht. In der Nähe der Stadt wurden Überreste von Seesauriern gefunden, die man sich unbedingt anschauen sollte.